Mobilitätsstudie des Bundes Anteilige Pkw-Nutzung in Deutschland ist rückläufig

Quelle: sp-x 2 min Lesedauer

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Die Deutschen sind weniger mobil als vor Corona. Beim Verkehrsmittelmix verliert das Auto weiter etwas an Bedeutung, während Fuß- und Radverkehr zulegen.

Besonders in den Metropolen ist der Autoanteil nach wie vor deutlich geringer als in ländlichen Räumen.(Bild:  20211018_Verkehr_Kreuzberg-02 /thomas_wiegold / CC BY-SA 2.0)
Besonders in den Metropolen ist der Autoanteil nach wie vor deutlich geringer als in ländlichen Räumen.
(Bild: 20211018_Verkehr_Kreuzberg-02 /thomas_wiegold / CC BY-SA 2.0)

Die Deutschen sind im Alltag seltener und kürzer unterwegs als noch 2017. Laut der bundesweiten Verkehrserhebung „Mobilität in Deutschland 2023“ des Bundesverkehrsministeriums werden pro Tag rund 250 Millionen Wege zurückgelegt – das sind sieben Millionen weniger als 2017. Auch die Verkehrsleistung sinkt leicht auf etwa 3 Milliarden Personenkilometer täglich.

Im Schnitt sind nur noch 82 Prozent der Bevölkerung an einem durchschnittlichen Tag außer Haus unterwegs (2017: 85%). Zudem geht die mittlere Zahl der Wege pro Person leicht zurück auf knapp 3 pro Tag. Die Tagesstrecke fällt von 39 auf etwa 35 Kilometer, während die tägliche Unterwegszeit mit rund 84 bis 85 Minuten nahezu konstant bleibt.

Autos machen vier Prozent weniger Verkehrsvolumen aus

Beim Verkehrsmittelmix verliert das Auto etwas an Bedeutung, bleibt aber vorn. Fuß- und Radverkehr legen zu. Der Modal Split nach Wegen liegt bundesweit bei 26 Prozent zu Fuß, 11 Prozent Fahrrad, 11 Prozent öffentlicher Verkehr sowie 53 Prozent motorisierter Individualverkehr (40% Pkw-Fahrer, 13% Mitfahrer). 2017 hatte der individuell motorisierte Anteil am gesamten Verkehrsaufkommen noch 4 Prozentpunkte höher (57%) gelegen. Besonders in Metropolen und Großstädten ist der Autoanteil deutlich geringer als in ländlichen Räumen.

Trotz rückläufiger Pkw-Anteile bleibt der Autobesitz hoch. In Privathaushalten stehen 2023 rund 45 Millionen Autos zur Verfügung – rechnerisch ist das mehr als ein Pkw je Haushalt. Etwa jeder fünfte Haushalt besitzt weiterhin kein Auto, in Großstädten ist der Anteil autofreier Haushalte noch deutlich höher. Zugleich wächst der Mehrfachbesitz: Mehr als jeder vierte Haushalt verfügt über zwei oder mehr Autos, besonders auf dem Land. Der Anteil rein elektrischer Pkw in privaten Haushalten liegt bei etwa fünf Prozent.

Fahrradbesitz hat zugenommen

Auch die Fahrradausstattung steigt. 76 Prozent der Haushalte besitzen mindestens ein funktionstüchtiges Rad, 21 Prozent haben mindestens ein Elektrofahrrad. Hochgerechnet verfügt die Bevölkerung über rund 81 Millionen Fahrräder, darunter etwa zwölf Millionen Pedelecs.

Im öffentlichen Verkehr zeigen sich erste Effekte des Deutschlandtickets. Im Einführungsjahr 2023 geben 16 Prozent der Bevölkerung ab 14 Jahren an, das Ticket als übliches Nahverkehrs-Abo zu nutzen, 10 Prozent verwenden andere Zeitkarten. Gleichzeitig nehmen 31 Prozent Busse und Bahnen gar nicht in Anspruch – ein etwas niedrigerer Wert als 2017.

Die Studie führt den Rückgang der Alltagsmobilität auch auf neue Arbeits- und Versorgungsgewohnheiten zurück. Rund zwei Fünftel der Berufstätigen haben grundsätzlich eine Homeoffice-Option, zudem haben Online-Erledigungen stark zugenommen. Allerdings wirken Online-Aktivitäten laut Studie nicht als genereller Mobilitätsdämpfer, da eingesparte Arbeits- oder Versorgungswege teils durch zusätzliche Freizeitwege kompensiert werden.

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