Arbeitgeber wollen Kompensation
Erstmals haben Kfz-Arbeitgeber in NRW Tarifvertrag von sich aus gekündigt.
Mit der klaren Forderung nach Kompensationen für gesicherte tarifliche Einkommen gehen die Arbeitgeber in die am Dienstag beginnenden Tarifverhandlungen für das Kfz-Gewerbe in Nordrhein-Westfalen. Im größten Tarifgebiet für das mittelständische Kfz-Gewerbe in Deutschland haben nach Angaben von Lutz Deitert, dem Vorsitzenden der Tarifkommission, die Arbeitgeber vor dem Hintergrund einer schwierigen wirtschaftlichen Branchensituation den Entgelt-Tarifvertrag erstmals selbst gekündigt. Ziel der Tarifrunde 2005 sei es, die Arbeitszeitkosten zu senken.
Kompensationen seien durch die Ausdehnung der regelmäßigen wöchentlichen Arbeitszeit, eine höhere Flexibilisierung der verlängerten produktiven Zeiten, einen verkürzten Jahresurlaubsanspruch und die Anrechung von Qualifizierungszeiten auf das Arbeitszeitkonto möglich. Wörtlich sagte Deitert im Vorfeld der Verhandlungen: "Einen Abschluss der Tarifrunde ohne nachrechenbare Kompensationen ist nicht darstellbar." Das Kfz-Gewerbe NRW stehe zum Flächentarifvertrag. Doch die schwierige wirtschaftliche Lage der Betriebe erfordere nach fünf schlechten Autojahren auch einen Beitrag der Mitarbeiter. Ohne diesen sei eine Tariflösung nicht zu finden.