ASA-Verband: Die Boomjahre sind vorüber

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Endlich Gesamtdaten

Auch ASA-Vizepräsident Harald Hahn konnte überraschend Positives berichten. Zwar sieht auch er in der 2021 kommenden Partikelzählung wirtschaftlich keinen Ersatz für die abgelaufenen Ertragsbringer Scheinwerfer- und Bremsprüfstandsrichtlinie, aber die Umsetzung der gesetzgeberischen Vorschriften wie beispielsweise Kalibrierung haben alle Beteiligten insgesamt erfolgreich gestemmt. Mittlerweile sind acht Kalibrierlabore akkreditiert – und die Gesamtzahl der kalibrierten AU-Komponenten stieg bis September auf 46.000 Einheiten. Hahn zeigte sich optimistisch, dass bis Jahresende alle der etwa 90.000 nötigen Kalibrierungen zu schaffen sind.

In diesem Zusammenhang offenbarte Hahn in einem eher unspektakulären Nebensatz Erstaunliches: „Der ASA-Verband erhebt monatlich für alle Kalibrierlabore die Zahl der Kalibrierungen. Künftig wird er diese auf Wunsch der Unterarbeitsgruppe Akkreditierung des Bund-Länder-Fachausschusses (BLFA-TK) auch für Scheinwerfereinstellprüfgeräte und Bremsprüfstände erheben.“ Damit zeichnet sich zum ersten Mal die Möglichkeit ab, genaue Bestandszahlen der im Markt befindlichen Geräte zu erhalten.

Gesetzliche Fahrwerkprüfung rückt näher

Nach langer Zeit der Stagnation konnte zumindest der Fachbereichsleiter für Reifendienst und Achsvermessung, Bernhard Hoffmann, bei zwei Maschinengruppen deutlich steigende Verkaufszahlen melden. So setzen sich zunehmend Reifenmontiermaschinen mit zentraler Montagesäule im Markt durch, und der wachsende Anteil von Fahrzeugen mit Fahrerassistenzsystemen bringt eine starke Absatzsteigerung bei 3-D-Achsvermessungsanlagen mit sich – freilich zulasten der herkömmlichen CCD-Geräte, stellte Hoffmann fest.

Ein bisschen Umsatzanschub durch die PTI könnte es gesetzgeberseitig doch noch geben, allerdings erst in ein paar Jahren: Auf europäischer Ebene haben sich EGEA und CITA (International Motor Vehicle Inspection Committee) mittlerweile auf ein einheitliches Verfahren für die „Stoßdämpferprüfung“ geeinigt. Das so genannte Phasenverschiebungs- oder Phase-Shift-Verfahren setzt Belgien seit 2012 bei schon mehr als zwölf Millionen Fahrzeuguntersuchungen ein.

Vereinfacht dargestellt versetzt beim Phase-Shift-Verfahren eine oszillierende Platte das Fahrwerk über das auf der Platte aufstehende Rad in Schwingung. Das Verfahren bewertet den zeitlichen Verzug und die Änderung der Bodenaufstandkraft des Reifens. Hier könnte sich wieder ein Nachrüstbedarf für Prüfstützpunkte ergeben. Doch im Gegensatz zur relativ „brotlosen Kunst“ der präzisen Scheinwerfereinstellung könnte die genaue Detektierung defekter Fahrwerke einen deutlichen Umsatzschub für die Werkstätten mit sich bringen, zumal für die genaue Diagnose und Instandsetzung des defekten Teils die Expertise der Fachwerkstatt unabdingbar ist.

Ausblick auf die Automechanika 2020

Zu guter Letzt gab Hausherr Olaf Mußhoff, Director Automechanika Frankfurt, den anwesenden Firmen- und Pressevertretern einen Ausblick auf das Konzept der kommenden Automechanika 2020. Hier springen beim Blick auf den Übersichtsplan eine saubere Zweiteilung von Ausrüstung und Teilehandel sowie die zwei neuen Produktgruppen „Diagnose und Reparatur“ sowie „Händler- und Werkstattmanagement“ ins Auge. Halle 5 wird abgerissen, „Reifen und Räder“ zieht aus Halle 12.1 in Halle 12.0 – gemeinsam mit den Themen „Waschen und Pflege“ sowie „Classic Cars“. Mußhoff zeigte sich abschließend mit der bereits erreichten Zahl der Vorbuchungen sehr zufrieden.

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 Ottmar Holz

Ottmar Holz

Redakteur Service und Technik