ATU-Preisdumping landet bei Kartellamt

Von Christoph Baeuchle

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Im vergangenen Jahr quasi pleite, ist die Werkstattkette ATU nun wieder im Preiskampf. Nun hat sich das Kfz-Gewerbe NRW wegen dauerhaften Preisdumpings an das Bundeskartellamt gewandt.

Führungsteam des Kfz-Gewerbes NRW: (v.li.) Landespressesprecher Bruno Kemper, Präsident Ernst-Robert Nouvertné und Hauptgeschäftsführer Dieter Paust.(Foto:  Landesverband)
Führungsteam des Kfz-Gewerbes NRW: (v.li.) Landespressesprecher Bruno Kemper, Präsident Ernst-Robert Nouvertné und Hauptgeschäftsführer Dieter Paust.
(Foto: Landesverband)

Das Kfz-Gewerbe NRW hat einen weiteren Schritt gegen den Preiskampf der Werkstattkette ATU unternommen. „Der Landesverband hat sich jetzt wegen des Verdachts dauerhaften Preisdumpings an das Bundeskartellamt gewandt“, sagte Ernst-Robert Nouvertné, Präsident des Kfz-Gewerbes NRW, im Rahmen einer Pressekonferenz in Essen. Der Landesverband wirft der Werkstattkette vor, durch Angebote unter Einstandspreis seriös kalkulierende Wettbewerber vom Markt verdrängen zu wollen. Eine Reaktion des Bundeskartellamtes steht noch aus.

Nach der Fast-Insolvenz von ATU 2013 ist die Werkstattkette auch ins laufende Jahr wieder mit Kampfpreisen gestartet. Der Landesverband kritisierte den Steuerverzicht von Bund und Kommunen im Rahmen der Sanierung.

„Trotz aggressivstem Guerillamarketing und lückenloser Niederlassungsstruktur ist es der Werkstattkette in den letzten zehn Jahren nicht gelungen, schwarze Zahlen zu schreiben“, so Nouvertné. Da das neue Jahr begonnen habe, wie das alte endete, nämlich mit Preiskampfangeboten, die sich vor allem an die Halter alter Fahrzeuge richteten, werde es dem Unternehmen auch in Zukunft nicht gelingen, schwarze Zahlen zu schreiben.

Nicht nur gegen ATU richtet sich die Kritik des Landesverbandes, auch gegen die Pläne des ADAC. Der Verkehrsclub solle bei seiner Neuausrichtung die Pläne für eine Werkstattkette nochmals auf den Prüfstand stellen, rät Nouvertné.

Trotz zunehmendem Wettbewerb im Servicebereich ist das Kfz-Gewerbe zuversichtlich für das laufende Jahr. „Die Voraussetzungen für ein Comeback der Kfz-Branche stimmen aus meiner Sicht, aber leicht wird es nicht“, sagte Nouvertné. Die allgemeinen Rahmenbedingungen wie steigende Löhne, die gute Lage auf dem Arbeitsmarkt, eine moderate Teuerungsrate und niedrige Zinsen seien gut. „Diese Situation sollten die Unternehmen nutzen, um strategische Weichen zu stellen.“

Der Start ins Jahr 2014 lässt jedenfalls auf eine positive Entwicklung bei den Neuzulassungen in Nordrhein-Westfalen hoffen. In den ersten beiden Monaten lagen die Neuzulassungen mit rund 81.400 Einheiten rund 7 Prozent oder knapp 6.000 Stück über dem Vorjahr. Wegen des bisher positiven Trends im Gebrauchtwagenhandel und Servicegeschäft erwartet das Gewerbe für 2014 ähnliche Ergebnisse wie im Vorjahr.

2013 erwirtschafteten die 9.420 nordrhein-westfälischen Kfz-Betriebe mit dem Verkauf neuer und gebrauchter Pkw und Lkw sowie mit dem Service einen Gesamtumsatz von 28,9 Milliarden Euro. Dies entspricht quasi dem Vorjahreswert mit einer leicht positiven Tendenz.

Während der Gebrauchtwagenhandel mit 10,2 Milliarden Euro um vier Prozent über dem Vorjahreswert blieb, gingen im Neuwagengeschäft die Umsätze um 4,9 Prozent auf 10,1 Milliarden Euro zurück. Zudem haben die Erlöse im Service um 0,5 Prozent auf 6,5 Milliarden Euro zugelegt.

Die wirtschaftliche Unsicherheit hat im vergangenen Jahr das Serviceverhalten vieler Kunden geprägt. „Die Preissensibilität der privaten Haushalte spiegelt sich sowohl im Servicebereich als auch in der Entwicklung der Stundenverrechnungssätze wider“, betont Bruno Kemper, Landespressesprecher des Kfz-Gewerbes NRW. Zwar sei dieser von 78,87 Euro auf 80,63 Euro gestiegen, habe sich aber am nordrhein-westfälischen Markt nicht durchgesetzt. „In der Folge gingen die Betriebe vermehrt dazu über, Paketpreise für Wartungs- und Reparaturarbeiten anzubieten.“

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