Verbandskrise Auch Saarland will den ZVK verlassen

Von Doris S. Pfaff 2 min Lesedauer

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Für den ZVK weitet sich der Vorgang um die Geschäftsstellentrennung zunehmend zu einer eigenen Verbandskrise aus. Inzwischen haben vier Mitglieder angekündigt, den Verband verlassen zu wollen.

Niklas Burmester, Geschäftsführer des Kfz-Gewerbes Saarland, erklärt, es sei  nicht nachvollziehbar, warum die handwerklichen Interessen der Kfz-Betriebe besser und allein vom ZVK vertreten werden sollten.(Bild:  Jennifer Weyland)
Niklas Burmester, Geschäftsführer des Kfz-Gewerbes Saarland, erklärt, es sei nicht nachvollziehbar, warum die handwerklichen Interessen der Kfz-Betriebe besser und allein vom ZVK vertreten werden sollten.
(Bild: Jennifer Weyland)

Jetzt auch das Saarland: Nachdem Hessen, Baden-Württemberg und Sachsen erklärt haben, ihren Austritt aus dem ZVK prüfen zu wollen, schließt sich das saarländische Kfz-Gewerbe dem Vorgehen an. Insgesamt zählt der ZVK 14 Mitglieder. Sie sind deckungsgleich mit dem ZDK.

Die 2024 seitens des ZVK beschlossene Trennung der gemeinsamen Geschäftsstelle und die daraus resultierenden Entwicklungen stoßen auf Widerspruch in den eigenen Reihen. Viele sind mit einer strikten und geschäftlichen Trennung des Kfz-Gewerbes in Handel und Handwerk nicht einverstanden.

Widerstand in den eigenen Reihen

Bei der Mitgliederversammlung am 21. November erteilten nun die saarländischen Delegierten ihrem Vorstand den Prüfauftrag für einen ZVK-Austritt. „Wir vertreten in unserem Verband die Interessen aller bei uns organisierten Betriebe, so sollte es bei unserer Spitzenorganisation auch sein“, sagte Geschäftsführer Niklas Burmester mit dem Hinweis, dass „unsere Spitzenorganisation der ZDK ist“.

Die Frage, warum die handwerklichen Interessen der Mitgliedsbetriebe künftig im ZVK besser aufgehoben sein sollten, habe der ZVK bisher nicht beantworten können. Die Performance des ZDK habe in den vergangenen Jahren zweifellos zu wünschen übriggelassen, so Burmester. Dennoch bleibe der geschlossene Auftritt nach außen unverzichtbar.

Mit der ZDK-Satzungsüberarbeitung, die vor allem die Entscheidungsprozesse und das saubere Austarieren der Rollen von Haupt- und Ehrenamt im Auge habe, gehe der ZDK aus Sicht des Kfz-Gewerbes Saarland als die Vertretung vom Handel und Handwerk den richtigen Weg. „Vom ZVK haben wir außer der verstörenden Machtdemonstration großer Landesverbände bei der letzten Mitgliederversammlung bisher nichts Nennenswertes gesehen“, sagte Burmester. Folglich sei der Prüfauftrag der Mitgliederversammlung für einen Austritt die logische Konsequenz.

Chronologie des Konflikts

10. Oktober 2024: ZVK beschließt wegen AÜK Trennung der Geschäftsstelle

16. Oktober: ZDK-Vize Thomas Peckruhn übt scharfe Kritik am ZVK

21. Oktober: Appell des ZDK-Präsidenten und Ehrenpräsidenten zur Einheit

28. Oktober 2024: Helmut Peter fordert Rücktritt des Bundesinnungsmeisters

31. Oktober 2024: Kfz-Gewerbe NRW plant Austritt

4. November 2024: Michael Ziegler fordert Lösungen für Verbandsstreit

13. November 2024: NRW-Mitglieder erlauben unter Vorbehalt den ZDK-Austritt

15. November 2024: Interview mit Frank Mund: Darum müssen wir austreten

15. November 2024: Die AÜK ist nicht mehr in Gefahr

21. November 2024: Präsident Joswig ruft zum Dialog auf

28. November 2024: ZVK plant eigene Geschäftsstelle

29. November 2024: Landesverband Baden-Württemberg fordert Zusammenhalt

3. Dezember 2024: ZVK beruft gemeinsamen Hauptgeschäftsführer ab und kündigt gemeinsame Geschäftsstelle

1. Mai 2025 Hauptgeschäftsführer Kurt-Christian Scheel verlässt den ZDK

27. Mai 2025 ZDK-Präsident Arne Joswig tritt zurück

8. Juli 2025: Thomas Peckruhn ist neuer ZDK-Präsident

8. September 2025: Jürgen Gros als ZVK-Hauptgeschäftsführer nominiert

23. September 2025: Jürgen Hasler ist neuer ZDK-Hauptgeschäftsführer

14. Oktober 2025: Interview mit Bayerns Präsident Günter Friedl: Uns geht es um die Sache

20. Oktober 2025: Bayern verlässt den ZDK

24. Oktober 2025: Kfz-Gewerbe Hessen prüft Austritt aus dem ZVK

28. Oktober 2025: Rheinland-Pfalz beschließt ZDK-Austritt

13. November 2025: Kfz-Gewerbe Baden-Württemberg prüft ZVK-Austritt

17. November 2025: Kfz-Gewerbe Sachsen prüft ZVK-Austritt

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