Audi RS5 TDI: Mehr Kick beim Kickdown

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Damit ist er nicht nur eine halbe Sekunde schneller als der konventionelle RS5 mit einem V8-Benziner. Der Motor nimmt auch dem 381 PS starken BMW M550d als einzigem Konkurrenten in dieser Liga 0,5 bis 0,7 Sekunden ab. Und sogar der 560 PS starke RS6 Avant, den Weiss als Führungsfahrzeug auf der neuen Kunden-Rennstrecke in Neuburg vor den Toren von Ingolstadt ausgewählt hat, sieht beim Kavalierstart ziemlich alt aus.

Auf Dauer kann ihm der Ölrenner zwar nicht davon fahren. Doch auf den ersten Metern hat das Coupé tatsächlich die Nase vorn. Und spätestens an der Tankstelle holt der RS5 TDI alle anderen Sportwagen ohnehin wieder ein. Nicht umsonst beziffert Weiss den Serienverbrauch auf weniger als fünf Liter – die verjubelt der RS6 Avant gefühlt schon beim Anlassen.

Dabei hat der TDI-Technikträger auch sonst einiges zu bieten: Von 280 km/h Spitze zum Beispiel können die Kilometerfresser auf der linken Spur in ihren Diesel-Firmenwagen bislang nur träumen. Und der Sound, der sich dabei aus den riesigen Endrohren über den nachfolgenden Verkehr wie eine Flutwelle ergießt, macht jeden R8-Fahrer neidisch: Denn weil die vielen Katalysatoren im Abgasstrang des EU6-Motors ohnehin den meisten Schall schlucken, hat Weiss’ Mannschaft gleich eine eigene Klangkulisse komponiert und den Technologieträger zum Hardrocker unter den PS-Tenören gemacht: So tief und bedrohlich klingt kein anderer Diesel.

Alles nur Show? Natürlich sind die Bayern bei diesem Prototypen in ihrer Feierlaune zum TDI-Jubiläum ein bisschen über das Ziel hinaus geschossen und haben etwas dick aufgetragen. Doch deshalb meinen sie es nicht minder ernst mit dem elektrischen Lader. „Diese Technik hat beste Chancen auf eine Serienanwendung“, ist Weiss optimistisch.

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Vielleicht nicht mehr im aktuellen RS5, weil der mit dem bevorstehenden Generationswechsel in der Mittelklasse so langsam auf die Zielgerade rollt. Doch demnächst gibt’s bei Audi ja auch einen neuen Q7, den nächsten A4 und die Neuauflage für den A6, orakelt der Motorenchef: „Das sind doch Autos, denen so ein sportlicher Diesel gut zu Gesicht stehen würde.“

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