Audi will Service-Pylone kippen
Um seine Handelspartner im Vergleich zu den Audi-Servicebetrieben deutlicher hervorzuheben, geht der Ingolstädter Hersteller mit Nachdruck gegen die von einigen Werkstätten verwendeten Marken-Pylone vor.
Audi hat mehrere seiner Servicepartner abgemahnt, die ihren Marken-Pylon nicht abmontieren wollen. Wie aus einem entsprechenden Schreiben hervorgeht, das »kfz-betrieb ONLINE« vorliegt, ist der Hersteller der Ansicht, dass eine solche Kennzeichnung ausschließlich den Handelsbetrieben vorbehalten sein soll. Audi droht mit fristloser Vertragskündigung, sollten die betreffenden Werkstätten die Pylone nicht bis zum 6. März entfernt haben.
Branchenanwalt Dr. Christian Genzow hält die Forderung der Ingolstädter für unbegründet: "Die Service-Betriebe haben auf ihrem Pylon unter dem Audi-Zeichen einen 'Service'-Hinweis angebracht." Im Artikel 9 des Service-Vertrags sei schließlich festgelegt, dass die geschützten Zeichen nur in Verbindung mit der ausschließlichen Service-Tätigkeit verwendet werden dürfen. Zudem ist laut Genzow der Pylon selber keineswegs geschützt, lediglich das darauf abgebildete Markenzeichen.
"Steckschild" statt Pylon
Audi führt in dem Schreiben außerdem seine "Corporate-Design-Richtlinien" an und betont, die Einhaltung dieser jederzeit veränderbaren Regeln seien ebenfalls Vertragsgegenstand. Unternehmenssprecher Jürgen de Graeve sagte im Gespräch mit »kfz-betrieb ONLINE«, man sei bestrebt, im Interesse der Kunden eine unverwechselbare Service-Kennzeichnung zu erreichen. Deswegen werde im Sinne einer deutlichen Unterscheidung angestrebt, für Handelspartner den Pylon und für Service-Partner das so genannte Steckschild zu etablieren.
Rechtsanwalt Dr. Genzow hat unterdessen den betroffenen Kfz-Betrieben geraten, die umstrittenen Kennzeichnungen vorläufig zu entfernen und umgehend juristischen Beistand in Anspruch zu nehmen.
Zuletzt war BMW in der ersten gerichtlichen Instanz einem Service-Partner unterlegen, dem der Hersteller die Benutzung des Markenzeichens grundsätzlich verbieten wollte.