Aktuelle Fügetechniken Auf den Punkt gebracht

Redakteur: Markus Lauer

Mit programmierten Schweißgeräten kann die Kfz-Werkstatt die Reparaturzeiten verkürzen und Schweißfehler vermeiden.

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Ein modernes Fahrzeug besteht aus einer Vielzahl von Stählen unterschiedlicher Legierungen, Stahlhärten und Materialeigenschaften. Um diesen Materialmix sicher zu verbinden, benötigt eine Werkstatt ein adäquates Punktschweißgerät mit hoher Leistung und schneller Stromregelung. Außerdem sind dafür Punktzangen mit großem Anpressdruck und Wasserkühlung erforderlich.

Das Unternehmen Elektron-Bremen bietet mit dem Multispot MI-100-Control eine Inverteranlage an. Ihre besondere Stromregelung bewirkt unter allen Betriebsbedingungen wie Netzeinbruch, Kabelerwärmung und Kappenverschleiß die gleiche Punktqualität. Eine Kombination mit vorhandenen Multispot-Geräten und -Werkzeugen ist möglich. Das heißt, die Werkstatt kann mehr als 80 Prozent aller Arbeiten weiterhin mit den vorhandenen Punktzangen und Schweißpistolen durchführen. Das Unternehmen bietet für die Punktschweißgeräte Multispot MI-100 und MI-100-Control magnetfeldkompensierte LOW-EMF-Zangenkabel an, die die Magnetfeldbelastung verringern, sodass die Geräte die EMV-Grenzwerte einhalten. Der Preis für die Umrüstung beträgt maximal 1 300 Euro (zzgl. MwSt.).

Geringe EMV-Werte

Die Multispot MI-100-Control erkennt selbstständig, welches Werkzeug gerade angebaut ist. Dieser Anbau lässt sich einfach bewerkstelligen: Über einen Schraubverschluss kann der Benutzer zehn verschiedene Werkzeuge mit dem Schweißgerät verbinden. Der große Vorteil dabei: Die Werkzeugerkennung der Maschine nimmt dem Nutzer viel Arbeit ab. Denn die Maschine schaltet sich automatisch auf eine Leistungsstufe, die für dieses Werkzeug realistisch ist.

Über die Datensammlung der Schweißmaschine lässt sich nahezu jede Schweißaufgabe abrufen. Dafür gibt der Nutzer lediglich den Fahr-zeugtyp ein und kann sich dann seine Schweißaufgabe anhand der hinterlegten Dokumente heraussuchen, auch per Zeichnung. Die Daten sind auf einer handelsüblichen Chipkarte, wie sie auch in einer digitalen Kamera zu finden ist, gespeichert.

Nach Angaben von Elektron-Bremen (www.elektron-bremen.de) ist das Multispot MI-100 von folgenden Fahrzeugherstellern freigegeben: Volkswagen, Audi, Seat, Skoda, Porsche, DaimlerChrysler, Maybach, Smart, Renault Deutschland, Renault UK, Hyundai, Kia, GM (Buick, Cadillac, GMC, Chevrolet, Hummer, Oldsmobile, Pontiac), Ford USA, Volvo, Jaguar und Landrover. Es kostet zusammen mit der Punktzange MX-3900 und einem Linear-Balancer 9 500 Euro.

Das Modell MI-100-Control verfügt über herstellerspezifische Programme und die dazugehörige typenspezifische Reparaturanleitung für Fahrzeuge von Opel und Ford.

Das Unternehmen Wieländer + Schill (www.wielanderschill.com) führt die Punktschweißanlage Inverta-Spot GT im Programm. Das Gerät arbeitet mit einer HF-Inverter-Technologie und 10 000 Hz. Es ist mit einer Trafozange ausgestattet, was die Magnetfelder (EMV) verringert – die Magnetfeldbelastung liegt unterhalb des Grenzwerts (EU-Richtlinie 2004/40/EG und BGV B11/2001).

Kühlen Kopf behalten

Nach jedem Schweißpunkt kann man im Display den Schweißstrom (6 000 bis 14 000 A) ablesen. Das Inverta-Spot GT hat neue universelle Elektrodenarme, eine neue Kappenform für konstante Schweißergebnisse und Schweißkabel bis fünf Meter Länge. Der Zangendruck (C-Zange) beträgt bis 480 daN.

Das Schweißgerät wird von 80 Liter Wasser bis in die E-Kappen gekühlt. Während eines Tests konnte man bei einem Schweißstrom von 11 000 A 200 Schweißpunkte in Folge setzen, ohne dass Kühlprobleme auftraten. Das Punktschweißgerät bietet universelle Schweiß- und Profiprogramme, mit denen man die Stahlqualität und Blechstärken direkt wählen kann.

Das Unternehmen Würth (www.wuerth.de) bietet die Trafopunktschweißmaschine Tecna Spot 14 000 an. Das Gerät arbeitet mit Mittelfrequenz-Invertertechnik und durchgängiger Wasserkühlung bis in die Schweißspitzen. Sie entspricht den neuesten Herstellervorschriften für höherfeste, höchstfeste und verzinkte Bleche. Die Schweißmaschine kann man mit einer C- oder X-Zange ausrüsten. Der Anpressdruck beträgt bei allen Armlängen 450 daN. Die Tecna Spot hat keine Knöpfe oder Tasten, denn sie wird ausschließlich über ein Touchscreen bedient. Mit der Schweißsoftware Weld-Touch-Control kann der Benutzer herstellerspezifische, automatische oder manuelle Schweißprogramme abrufen. Über eine USB-Schnittstelle kann er Updates aufspielen und Dokumentationen entnehmen.

Die Maschine wurde im Jahr 2006 mit dem „Bundespreis für hervorragende innovatorische Leistungen für das Handwerk“ ausgezeichnet.

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