Standheizungen Außen pfui – innen hui

Redakteur: Markus Lauer

Ein Kaltstart belastet den Motor etwa so stark wie 70 Kilometer Autobahnfahrt. Diese Belastung können Standheizungen und Motorvorwärmsysteme reduzieren. Doch zögern viele Autofahrer, ihr Auto mit einer Standheizung nachzurüsten. Die Gründe sind die Einbaukosten und der fünf- bis siebenstündige Werkstattaufenthalt des Fahrzeugs.

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Kraftstoff zu sparen ist in der heutigen Zeit ein ganz entscheidender Aspekt. Im Winter, wenn die Motoren kalt sind, benötigen sie während der Warmlaufphase ein kräftigeres Gemisch, bis der Motor nach einigen Kilometern die nötige Betriebstemperatur erreicht hat. Das bedeutet, dass nach jedem winterlichen Kaltstart der Verbrauch steigt. Zudem belastet ein Kaltstart den Motor etwa so stark wie 70 Kilometer Autobahnfahrt. Diese Belastung können Standheizungen und Motorvorwärmsysteme reduzieren. Doch zögern viele Autofahrer, ihr Auto mit einer Standheizung nachzurüsten. Die Gründe sind die Einbaukosten und der fünf- bis siebenstündige Werkstattaufenthalt des Fahrzeugs.

Diese Faktoren will das Unternehmen Eberspächer abmildern und bietet Hilfe an, um den Einbau von diesel- oder benzinbetriebenen Standheizungen zu forcieren. Das fängt mit dem Werkstattportal „Epro“ an. Dies rechnet in seiner Angebotshilfe menügeführt nach Eingabe einiger Daten wie Fahrzeug und Stundensatz die Gesamtkosten aus – unter Berücksichtigung realistischer Einbaurichtzeiten. Zudem bietet das Unternehmen fahrzeugspezifische Einbausätze an, die den Einbau einfach, schnell und preiswert machen. Für rund 300 gängige Fahrzeugmodelle sind diese Einbaukits bereits erhältlich. Sie will Eberspächer in den kommenden Monaten für immer mehr, insbesondere gerade auf den Markt gekommene Automodelle anbieten.

Die speziell zusammengestellten Kits liefert das Unternehmen innerhalb von zwei Tagen in der Werkstatt. Sie enthalten alle Zusatzteile: fahrzeugspezifische Halter für die Standheizung und den Heizungsschalldämpfer, Wasserschläuche sowie Stabilisierungsstreben, Schellen und Befestigungen. Der Einbausatz wird mit der Heizung mitgeliefert, ist jedoch auch separat erhältlich. Ergänzt wird das System durch typenspezifische Einbauvorschläge, die den Einbauplatz, die Integration in die Fahrzeugsysteme (Kühlkreislauf, Klimaanlage, Elektrik, Kraftstoff, CAN-Bus etc.) mit Fotos, Skizzen und Textbeschreibungen illustriert.

Für den Einbau sind laut den Unternehmen Eberspächer und Webasto keine Spezialwerkzeuge nötig, die Standardausrüstung einer gut ausgestatteten Werkstatt genügt. Webasto empfiehlt allerdings, die hauseigene Diagnoseschnittstelle zum Preis von 240 Euro anzuschaffen. Je nach Fahrzeugtyp, Geschick und Erfahrung dauert der Einbau sechs, acht oder zehn Stunden. Laut Webasto verdient eine Werkstatt neben der verkauften Einbauzeit auch eine Marge auf das Material in Höhe von zirka 24 Prozent.

Neu im Eberspächer-Programm sind die Komfort-Fernbedienungen für Standheizungen. Die drei Sondermodelle „Easy-Start R+“ sind in Wurzelholz, Carbon und Silber erhältlich. Sie kommen mit wenigen, leichtgängigen Tasten aus und haben eine klare Bedienstruktur und eindeutige Symbole. Mit den Fernbedienungen kann man die Standheizung über eine Reichweite von bis zu 1 000 Metern aktivieren und programmieren. Der Fahrer kann für sieben Tage im Voraus drei verschiedene Abfahrtszeiten eingeben – den Rest übernimmt das System. Je nach Wetterlage nimmt es die Heizung rechtzeitig in Betrieb. Dafür misst es die Außentemperatur und berechnet – unter Berücksichtigung der Hubraumgröße und anderer Faktoren – die erforderliche Heizdauer. Auf dem Display der Komfort-Fernbedienung kann der Autofahrer erkennen, ob die Standheizung bereits läuft und wie warm es im Wageninneren ist. Im Sommer lässt sich die Standheizung als Standlüftung einsetzen, um Backofentemperaturen im Fahrzeug zu vermeiden.

Elektrisch heizen

Das Unternehmen Seehase bietet als Heizelemente elektrische Blockwärmer und Universalvorwärmer des schwedischen Herstellers Calix an. Beide Systeme schließt man an das 220-V-Stromnetz an. Die Blockwärmer setzt man im Motorblock in vorhandene Kernlöcher ein. Sie heizen das Kühlwasser auf und arbeiten nach dem Selbstzirkulationsprinzip, ähnlich wie ein Durchlauferhitzer. Das System ist wartungsfrei, wird von Calix für jeden Fahrzeugtyp speziell entwickelt und freigegeben und ist in zirka zwei Stunden montiert. Der empfohlene Endverbraucherpreis für die Grundausstattung beträgt je nach Fahrzeugmodell zirka 134 Euro zuzüglich Einbau.

Daneben gibt es die Topfsysteme und die Universalvorwärmer (UMV). Beide Varianten integriert man mit einem Schlauchanschluss in das Kühlsystem. Die UMV sind für Nfz, Bau- und Landmaschinen konzipiert, thermostatgesteuert und beeinträchtigen nicht den Wasserdurchfluss.

Für die Bedienung der Heizsysteme sind wahlweise eine Zeitschaltuhr oder ein integrierter GSM-Empfänger erhältlich. Damit ist es möglich, per Telefon die Motorvorwärmung einzuschalten. Als nützliche Ergänzung kann man einen Batterielader in das Heizsystem integrieren. Denn bei der Vielzahl der elektrischen Verbraucher in modernen Fahrzeugen ist damit gewährleistet, dass die Batterie immer genug Startkraft besitzt.

Für den Einbau bietet die Firma auch einen passenden Werkzeugsatz an. Dieser besteht aus zwei Lochsägen, einer Feile und einem Schraubwerkzeug für die Überwurfmutter. Für das Entfernen der Kernlochdeckel gibt es ebenfalls ein spezielles Werkzeug.

Um den Fahrzeuginnenraum aufzuheizen und die Scheiben von Eis und Schnee zu befreien, hat Seehase drei Innenraumheizer im Programm. Sie haben eine Leistung von 600 bis 2 100 Watt und werden im Wagen platziert.

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