Auto 1 Beim Online-Autohändler bröckeln die Preise

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Die Auto-1-Gruppe, zu der die Ankaufplattform Wirkaufendeinauto.de gehört, ist im zweiten Quartal von April bis Juni deutlich weniger Autos losgeworden. Auch die durchschnittlichen Verkaufspreise sanken. Nach oben ging allerdings der Bruttogewinn im Privatkundengeschäft.

Online bestellt, vor die Haustür geliefert: Auto1 hat in den letzten Jahren viel Geld in das Privatkundengeschäft gesteckt – dort steigt jetzt der Bruttogewinn je Fahrzeug. Insgesamt bröckeln aber der Absatz und die Fahrzeugpreise.(Bild:  Autohero)
Online bestellt, vor die Haustür geliefert: Auto1 hat in den letzten Jahren viel Geld in das Privatkundengeschäft gesteckt – dort steigt jetzt der Bruttogewinn je Fahrzeug. Insgesamt bröckeln aber der Absatz und die Fahrzeugpreise.
(Bild: Autohero)

Der Online-Gebrauchtwagenhändler Auto 1 geht nach Kostensenkungen im zweiten Quartal von einem geringeren operativen Verlust in diesem Jahr aus. Chef und Gründer Christian Bertermann sieht den Konzern damit auf Kurs, endlich die Gewinnschwelle im Tagesgeschäft zu erreichen.

Weil sich Anleger aber angesichts stockender Verkäufe Sorgen um das Wachstum der Internetplattform machen, will Bertermann künftig nach eigenen Angaben wieder mehr investieren. Die im S-Dax notierte Aktie rutschte am Mittwoch deutlich ab.

Deutlicher Absatzrückgang im zweiten Quartal

Die schwächer als erwartet ausgefallene Entwicklung beim Absatz dürfte die Fortschritte bei den Kosten aus Anlegersicht aber überlagern, schrieb JP-Morgan-Analyst Marcus Diebel in einer Einschätzung.

Vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen sowie Sondereffekten dürfte sich der Verlust im Gesamtjahr nun zwischen 50 und 70 Millionen Euro bewegen, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Bisher waren die Berliner von 60 bis 90 Millionen Euro Verlust ausgegangen. Beim Verkauf von Gebrauchten ist Auto 1 derweil nach einem deutlichen Absatzrückgang im zweiten Quartal vorsichtiger. So dürften 625.000 Autos plus oder minus fünf Prozent abgesetzt werden, hieß es. Bisher rechnete Bertermann mit 625.000 bis 690.000 Wagen.

Im zweiten Quartal ging der bereinigte operative Verlust von 46,8 Millionen Euro ein Jahr zuvor auf 14,8 Millionen zurück. Der Konzern habe einen großen Schritt in Richtung operativer Gewinnschwelle gemacht, sagte Bertermann. Nach der Senkung von Kosten wolle das Unternehmen wieder ins Wachstum investieren.

Rekordwerte beim Bruttogewinn je Fahrzeug

In den Monaten April bis Juni verkaufte der Anbieter 141.682 Autos und damit knapp 15 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Der Umsatz fiel um knapp 23 Prozent auf 1,34 Milliarden Euro und damit etwas stärker als von Analysten geschätzt. Dazu trug auch bei, dass die Gebrauchtwagenpreise gegenüber den sehr hohen Niveaus von vor einem Jahr deutlich gesunken sind. Der durchschnittliche Verkaufspreis sank von fast 10.500 Euro ein Jahr zuvor auf knapp 9.500 Euro.

Den Bruttogewinn je Fahrzeug – also die Differenz zwischen Verkaufs- und Ankaufspreis – konnte Auto 1 von 761 auf den Rekordwert 898 Euro steigern. Vor allem im Verkauf an Privatkunden macht der Anbieter viel gut: Hier kletterte der Bruttogewinn pro Auto um über 60 Prozent auf 1.680 Euro.

Auto 1 kann die Gebrauchten in Eigenregie kostengünstiger aufbereiten als von externen Firmen und steigert den Anteil der selbst aufgefrischten Autos kontinuierlich. Im Geschäft mit den Händlern legte der Bruttogewinn um knapp elf Prozent auf 810 Euro zu.

In beiden Segmenten ging aber das Verkaufsvolumen zurück. Auto 1 hatte in den vergangenen Jahren viel Geld in den Aufbau des Privatkundengeschäfts (Autohero, wirkaufendeinauto.de) gesteckt, vom aktuellen Absatz macht die Sparte aber derzeit nur rund ein Zehntel aus.

Bis zum vierten Quartal sollen die Marketingkosten je Auto in der Privatkundensparte von derzeit rund 700 Euro weiter auf 500 Euro sinken. Bei den Händlern will Bertermann jetzt wieder auf Wachstum umschwenken. Dazu sollen neue Produkte auf der Plattform des Anbieters beitragen.

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