Deloitte-Analyse Autoexporten in die USA droht zweistelliges Minus

Quelle: dpa 1 min Lesedauer

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Die zwei wichtigsten Länder für die deutsche Autoindustrie sind China und die USA. In China waren VW und Co. bereits angeschlagen, in den USA werden die angekündigten Zölle die Probleme vergrößern.

(Bild:  gemeinfrei /  Pixabay)
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

Die von US-Präsident Donald Trump angekündigten Zölle würden für die deutschen Autoexporte in die USA nach Berechnungen von Deloitte einen schweren Einbruch bedeuten. Die Ausfuhren von Fahrzeugen und Autoteilen in die USA könnten demnach um bis zu 29 Prozent sinken. Das würde einem Minus von 8,2 Milliarden Euro entsprechen, wie die deutsche Zentrale der internationalen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft und Unternehmensberatung in München mitteilte.

Verlagerung der Produktion in die USA wäre teuer

Die Deloitte-Berechnungen basieren auf Daten des Global Trade Analysis Project, einem internationalen Forschungsnetzwerk zur Analyse von Handelsströmen. Insgesamt hätten die deutschen Hersteller im vergangenen Jahr 1,3 Millionen Pkw in den Vereinigten Staaten verkauft, sagte Harald Proff, der Leiter der weltweiten Deloitte-Autosparte.

Demnach könnten die bereits mit eigenen Werken in den USA vertretenen deutschen Autohersteller ihre Produktion nicht einfach dorthin verlagern, da die dortigen Werke bereits zu 70 Prozent ausgelastet seien. „Hier wären erhebliche Investitionen in neue Produktionskapazitäten notwendig“, sagte Proff.

Bundesregierung will Handelskrieg mit USA abwenden

Die geschäftsführende Bundesregierung hofft unterdessen noch auf eine Verhandlungslösung. Regierungssprecher Steffen Hebestreit sagte, man setze darauf, in Gesprächen mit den Vereinigten Staaten zu Einigungen zu kommen, die einen Handelskrieg womöglich abwenden.

Hebestreit verwies auf Aussagen des geschäftsführenden Kanzlers Olaf Scholz (SPD), der davor gewarnt habe, dass man auf einen falschen Weg einbiege, der am Ende nur Verlierer kenne.

Für Handelspolitik ist die EU-Kommission zuständig. Hebestreit sprach für den Fall der US-Autozölle von entschlossenen Gegenmaßnahmen der EU. Ein Sprecher des geschäftsführenden Wirtschaftsministers Robert Habeck (Grüne) sagte, der Instrumentenkasten sei sehr breit.

Bereits am 3. April sollen Zusatzabgaben von 25 Prozent auf Autoimporte in die USA in Kraft treten, wie Trump angekündigt hatte.

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