Kfz-Gewerbe Baden-Württemberg Stuttgarter Autogipfel mit der EU

Von Doris S. Pfaff 2 min Lesedauer

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Einen eigenen Autogipfel mit Vertretern der EU hat die Stadt Stuttgart organisiert. Über den Verlauf zeigte sich Michael Ziegler, der Präsident des baden-württembergischen Kfz-Gewerbes, zufrieden. Das Treffen sei ein wichtiger Anfang für Veränderung.

Autogipfel im Stuttgarter Rathaus (v.l.): Michael Ziegler, Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Krautt, OB Frank Nopper, Stéphane Séjourné, Exekutiv-Vizepräsident für Wohlstand und Industriestrategie.(Bild:  Landeshauptstadt Stuttgart / Fabrice Weichelt.)
Autogipfel im Stuttgarter Rathaus (v.l.): Michael Ziegler, Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Krautt, OB Frank Nopper, Stéphane Séjourné, Exekutiv-Vizepräsident für Wohlstand und Industriestrategie.
(Bild: Landeshauptstadt Stuttgart / Fabrice Weichelt.)

Mit einem eigenen Autogipfel hat die Stadt Stuttgart die Aufmerksamkeit der EU auf die Belange der heimischen Autoindustrie gelenkt. Gut zweieinhalb Stunden tauschten sich am vergangenen Donnerstag (16. Januar) auf Einladung von Stuttgarts Bürgermeister Frank Nopper die Vertreter der kommunalen Politik, des Kfz-Gewerbes Baden-Württemberg und der Autohersteller mit dem EU-Vize-Exekutivpräsidenten Stéphane Séjourné aus.

Ziel des Treffens war, dem neu ins Amt gekommenen EU-Vizepräsidenten aus erster Hand über die Herausforderungen zu berichten, denen sich die deutsche Autoindustrie und der Autohandel stellen müssen.

Michael Ziegler: EU über Situation klarmachen

Mit dabei: Michael Ziegler, Präsident des Kfz-Gewerbes, der die aktuelle Situation insbesondere des Kfz-Gewerbes beschrieb. Eine Situation, die zum großen Teil eine Folge der EU-Politik ist. „Die hohe EU-Kommission kommt so langsam auf den Boden der Wirklichkeit von Autobauern, Autohändlern, Kfz-Betrieben und vor allem Autokäufern und Autobesitzenden an“, resümierte Ziegler hinterher.

Von dem Format und der Qualität der Gespräche waren nicht nur Ziegler beeindruckt. Séjourné, Exekutiv-Vizepräsident für Wohlstand und Industriestrategie, bestätigte in einer Presserklärung zu seinem Besuch in Stuttgart die Unterstützung der EU-Kommission für die deutsche und europäische Automobilindustrie. Es sei die Aufgabe der Entscheidungsträger auf europäischer und nationaler Ebene, dem Sektor zu helfen, anstehende Herausforderungen zu bewältigen.

Drei Punkte zur Rettung der europäischen Autoindustrie

Und Séjourné gab den Teilnehmern im Stuttgarter Rathaus ein Versprechen: „Wir werden einen Sektor, der 13 Millionen Arbeitsplätze und 7 Prozent des europäischen BIP umfasst, nicht im Stich lassen. Ganz im Gegenteil.“

In seiner Erklärung kündigte Séjourné an, „einen Plan zur Rettung“ der Automobilbranche vorzulegen und dabei drei Prioritäten zu setzen:

  • Die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie kurzfristig sichern
  • Die europäische Nachfrage nach sauberen Autos ankurbeln und das „Made in Europe“ fördern
  • Die Industrie vor unfairem externen Wettbewerb schützen

„Wenn der Exekutiv-Vizepräsident für Wohlstand und Industriestrategie jetzt expressis verbis auch noch Handel und Service in diese Betrachtung eingebunden hätte, wäre ich vollkommen zufrieden mit dem Treffen gewesen“, sagte Ziegler.

Dennoch sei mit dem Treffen der Grundstein für eine erfolgreiche Zusammenarbeit gelegt worden. „Die Themen Verbrenner-Verbot, Flotten-Grenzwerte, CO2-Bepreisung, Förderung der E-Mobilität und Bürokratieabbau sind genau die, die dem Kfz-Gewerbe so auf den Nägeln brennen, wie den Herstellern, denn sie hemmen die Autoverkäufe, die wir dringend brauchen“, so Ziegler weiter.

Nun Hersteller und Zulieferer zu besuchen, so wie es Stéphane Séjourné getan habe, zeige, dass die EU-Kommission verstanden hat, dass manches Agieren in der Vergangenheit eher unglücklich und kontraproduktiv war, so Ziegler.

EU plant Dialog mit Autoindustrie fortzusetzen

Die Europäische Kommission kündigte derweil an, am 30. Januar einen strategischen Dialog mit der europäischen Automobilindustrie, den Sozialpartnern und anderen wichtigen Interessengruppen zu eröffnen. Die Veranstaltung wird unter dem Vorsitz von Kommissionspräsidentin von der Leyen in regelmäßigen Treffen stattfinden. An den Sitzungen nehmen Vertreterinnen und Vertreter der Industrie (Hersteller, Zulieferer), Sozialpartner, Kommissionsmitglieder und andere Interessengruppen, auch aus der Zivilgesellschaft, teil.

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