Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) hat untersucht, was die Ergebnisse des Frühjahrsgutachtens der Wirtschaftsweisen für das Kfz-Gewerbe bedeuten. Dabei zeichnet sich in Handel und Werkstätten eine Strategie ab, um mit gestiegenen Einkaufspreisen umzugehen.
Die gestiegenen Preise für Energie, Ersatzteile und den Fahrzeugeinkauf müssen die Autohändler und Werkstätten an ihre Kunden weitergeben.
Der Fahrzeugmarkt ist relativ leergefegt, die Lieferverzögerungen halten an, die Preise steigen – so fasst der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) die aktuelle Lage für die Branche zusammen. Noch zum Jahresanfang waren die Hoffnung und Zuversicht groß, dass sich die wirtschaftliche Lage in Deutschland von den Folgen der Pandemie deutlich erholen werde und mit kräftigen Nachholeffekten gerechnet werden könne. Doch der Ukrainekrieg setzt ein dickes Fragezeichen vor die Prognosen.
„Die deutsche Wirtschaft steuert durch schwieriges Fahrwasser. Die Auftriebskräfte durch den Wegfall der Pandemiebeschränkungen, die Nachwehen der Coronakrise und die Schockwellen durch den Krieg in der Ukraine sorgen für gegenläufige konjunkturelle Strömungen. Allen Einflüssen gemeinsam ist ihre preistreibende Wirkung“, beschreiben die führenden Wirtschaftsinstitute ihre im April vorgelegte Gemeinschaftsdiagnose.
Aufgestaute Kaufkraft und Lieferengpässe
Welche Aussagen sich aus dem Frühjahrsgutachten unter dem Titel „Von der Pandemie zur Energiekrise – Wirtschaft und Politik im Dauerstress“ für das Kfz-Gewerbe und die Automobilbranche ableiten lassen, hat Ellen Schmidt aus der ZDK-Abteilung Betriebs-, Volkswirtschaft und Fabrikate untersucht.
Grundsätzlich belebe die aufgestaute Kaufkraft die Konjunktur und sorge damit für eine Preissteigerung – nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. Der Kriegsausbruch in der Ukraine bremse diese Entwicklung und treffe insbesondere auch die Automobilindustrie, weil erneute Lieferengpässe zu Produktionsausfällen und -verzögerungen führten, so Schmidt. Zusätzlich verschärfend wirke die Energiekrise.
Dennoch hielten die Wirtschaftsweisen eine wirtschaftliche Erholung für möglich und rechneten mit einem Anstieg des Bruttoinlandsproduktes von 2,7 Prozent für dieses Jahr und 3,1 Prozent für 2023. Konjunkturfördernd seien vor allem die privaten Verbraucher aufgrund ihrer hohen bzw. eingesparten Rücklagen.
Nachfrage der Privatkunden ist kaum zu befriedigen
Für die Kfz-Branche bedeute das, dass die Nachfrage der Privatkunden zwar steige, aber weiterhin nur schwer zu befriedigen sei. Schmidt: „Fehlende Teile zur Fertigung der Fahrzeuge, sei es aufgrund des Ukrainekriegs, aufgrund der gestiegenen Nachfrage nach Halbleitern oder der Auswirkungen von Corona-Lockdowns in der Logistikbranche, machen den Herstellern und Automobilhändlern das Leben schwer.“
Etwas anders stelle sich die gewerbliche Nachfrage nach Neuwagen dar: Hier sei die Unsicherheit größer. Eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr sei für 2022 deshalb nicht zu erwarten. „Dafür sind die steigenden Energiekosten und die daraus resultierenden wohl überlegten Investitionen in Anlagen, zu denen auch Fahrzeuge zählen, verantwortlich“, erklärt die Betriebswirtin.
Zahl der gewerblichen Neuzulassungen wird kaum steigen
Mit einer Erholung des Neuwagenmarktes für Gewerbekunden sei erst ab 2023 zu rechnen, wenn sich auch die Lieferketten stabilisiert hätten.
Eine weiterhin hohe Nachfrage bestehe laut Schmidt nach Nutzfahrzeugen, die aber wegen der Lieferengpässe kaum befriedigt werden könne. Erst aber nächstem Jahr sei auch hier mit einer Entspannung zu rechnen.
Die allgemein gestiegenen Energiekosten und die damit einhergehende Preissteigerung bremse allerdings die Kauflust. Das berge speziell für die Autobranche einige Risiken, so Schmidt. So könnten Kunden, anstatt in ein neues oder gebrauchtes Fahrzeug zu investieren, alternative Mobilitätslösungen wählen.
Gestiegene Preise gefährden Kauflust
Die angespannte Preissituation werde sich zudem auf dem Privatkundenmarkt sowohl im Autohandel als auch im Servicegeschäft bemerkbar machen: Neuanschaffungen könnten verschoben werden, ebenso nicht dringend notwendige Reparaturen.
Die Wirtschaftsexperten gehen davon aus, dass die Verbraucherpreise um 6,1 Prozent so stark ansteigen wie seit 40 Jahren nicht mehr. Auch für das kommende Jahr bleibe die Rate mit 2,8 Prozent deutlich über dem Durchschnitt seit der Wiedervereinigung, so die Prognose.
Auswirkung der Inflation auf die Autohäuser und Kfz-Werkstätten
Die Preissteigerungen kommen bereits in den Autohäusern und Kfz-Werkstätten an. Die Betriebe müssten zunehmend mit erhöhten Kosten kämpfen. „Einkaufspreiserhöhungen für Neufahrzeuge und Teile, höhere Ankaufspreise von Gebrauchtfahrzeugen und allgemein höhere Gemeinkosten lassen die Kosten in die Höhe schnellen“, fasst Schmidt zusammen.
Stand: 08.12.2025
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Die Folgen werde auch der Autokunde zu spüren bekommen. Denn es sei für die Autohäuser und Kfz-Werkstätten unvermeidlich, die erhöhten Kosten an die Endverbraucher weiterzugeben, folgert Schmidt. „Preiserhöhungen im Neu- und Gebrauchtfahrzeugmarkt waren schon letztes Jahr aufgrund der Halbleiterkrise und der Probleme resultierend aus Corona-Sanktionen, welche Logistikprobleme nach sich zogen, ersichtlich: Neufahrzeuge sind knapp, Gebrauchtfahrzeuge erfahren dadurch eine hohe Nachfrage und werden ebenso zum knappen Gut, was die Preise steigen lässt“, fasst sie zusammen.