Autohaus Boden lässt keinen Kunden laufen
Die Mitarbeiter vom Autohaus Boden haben viel Zeit in ihre Internetseite gesteckt – mit Erfolg, denn der fünfte Platz des Internet Sales Award 2007 geht nach Essen.
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Renault, Dacia, Mazda: alles unter einem Dach, alles auf einer Internetseite. Hinzu kommt die Neuwagenvermittlung für 23 Marken aus Deutschland, Europa und den USA. Das Autohaus Boden macht vor, wie man diese Herausforderung meistert. Für die beiden Geschäftsführer Daniel und Mark Boden war die Devise für eine gute Homepage: „Sie soll so übersichtlich wie möglich sein, wir wollen keinen Kunden laufen lassen.“
Gesagt, getan: Gleich auf den ersten Blick findet der Kunde auf www.auto-boden.de des Gesuchte. Jedem Hersteller ist sein Logo zugeordnet, eine News-Spalte informiert über aktuelle Themen und über allem steht das Konterfei von Autohaus Boden. Wegweiser zur Firmengeschichte, Ansprechpartner und weitere Kontaktdaten sind leicht erkennbar. Hat sich der Kunde für eine Marke entschieden, geht es eine Seite weiter. Unter „Neuwagen“ sind die Modelle nach Größe sortiert; angefangen bei den Kompakten bis hin zu großen Limousinen.
In dieser komfortablen Navigation stecken viele Arbeitsstunden. Mitarbeiter wie Familienmitglieder haben die Seite auf Schwachstellen geprüft; die Geschäftsleitung war interessiert an Lob und Kritik. Auf das Ergebnis ist man stolz. Mit verstärkter Werbung sollen die bisherigen 7 500 Klicks pro Monat auf 10 000 steigen.
Selbst gepflegt
Gestaltet und konzipiert hat das Portal die Firma Modix, die Pflege liegt aber in den Händen des Autohauses beziehungsweise in denen des Internetverantwortlichen Falk-Simon Peck. Er aktualisiert die Seite, bearbeitet die Daten und exportiert sie aus DAT. Für die Bilder der einzelnen Fahrzeuge sind Abayomi Quaddri und Philipp Kressin zuständig. Sämtliche Fahrzeuginformationen sendet Falk-Simon Peck per E-Mail an Modix und lädt die neuen Fahrzeugbilder auf einen Server hoch. Von dort aus übernimmt der Dienstleister, der die Daten zentral an alle Fahrzeugbörsen sendet.
Stets präsent
Es gibt kaum eine Online-Börse, bei der die Gebrauchtwagen von Boden nicht zu finden sind. Auf zwölf Portalen bietet das Unternehmen seine Fahrzeuge an. Auch hier regiert die Übersicht. In jedem Bild ist das Boden-Logo eingebettet, was den Wiedererkennungswert steigert.
Alle E-Mail-Anfragen aus einer externen Börse landen zentral beim Webadministrator, der sie an die jeweiligen Standorte verteilt. Der Filialleiter gibt die Anfragen an die Verkaufsberater weiter. Noch am selben Tag, spätestens aber am Folgetag, soll eine Antwort erfolgen. Durch Nachtelefonieren überprüft ein Service-Center im Nachhinein, ob der Verkaufsberater die Anfrage bearbeitet hat.
Sucht der Kunde direkt in der Datenbank auf www.autohaus-boden.de, findet er sofort den passenden Kontakt zum Fahrzeug.
Mit Newslettern verweist das Unternehmen auf Angebote von Neu- und Gebrauchtwagen oder spezielle Aftersales-Aktionen, wie zum Beispiel Sommer- und Winterchecks oder Einparkhilfen.
Das Autohaus Boden setzt zudem immer noch auf die Briefpost: Alle Kunden, die ein Fahrzeug erworben haben, erhalten per Post den anstehenden Termin zur Haupt- und Abgasuntersuchung. Des Weiteren lädt Boden auf diesem Weg zu Fahrzeugvorstellungen ein. Obligatorisch erhält jeder Neukunde ein Willkommensschreiben und einen weiteren Brief bei einem erneuten Kauf in einer der Boden-Filialen.
Zurück in die digitale Welt: Auf www.autohaus-boden.de befindet sich neben den Fahrzeugangeboten auch ein Finanzierungsrechner, der mit der Mazda-Bank verlinkt ist. Das Autohaus macht mit Laufbändern auf Sonderfinanzierungen aufmerksam und bietet seinen Kunden Leistungen der BDK-Bank (Bank Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe) an. Zudem ist ein Festpreiskatalog abrufbar.
Um den Online-Auftritt noch weiter in den Fokus zu rücken, arbeitet das Unternehmen derzeit an einem Gewinnspiel. Wie bei einer „Schnitzeljagd“ sollen die Spieler nach versteckten Hinweisen suchen, um einen der Preise einzuheimsen.
Nachverfolgt
Doch woher wissen die Mitarbeiter bei Boden, dass die Kunden über das Internet auf die Angebote aufmerksam geworden sind? Das so genannte „Tracking“ vollzieht sich über die verschiedenen Vertriebssysteme der Hersteller Renault oder Mazda. Dort sind die Rückfragen gleich in den Bestellmasken integriert. Bei Gebrauchtwagen wird das Tracking über das Silver-DAT-System genutzt. Im Kundengespräch fragen die Verkäufer nach der Informationsquelle der Kunden und tragen diese in das jeweilige System ein.
Bisher haben die Internetnutzer keine Möglichkeit, ihren Werkstatttermin online zu buchen. Wozu auch? Mit dem Renault-Sofort-Service „minute“ können die Kunden auch ohne Voranmeldung ins Autohaus kommen. Trotzdem suchen immer noch 99 Prozent der Kundschaft das telefonische Gespräch, um sich den Termin gleich bestätigen zu lassen. Eigentlich schade, bei solch einer überzeugende Performance im Internet.
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