Autohaus Louis Dresen: Groß an Rhein und Ruhr

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Dass zwischen den Marken-Verkaufsleitern, die am gleichen Standort amerikanische, französische, japanische oder deutsche Fabrikate an die Kundschaft bringen wollen, ein hoher Konkurrenzdruck herrscht, findet Dahlmann „völlig normal“. „Das muss so sein“, sagt der Dresen-Chef. Wichtig sei jedoch, allen Verkaufsleitern immer wieder klar zu machen, dass es kein Problem ist, wenn ein Kunde die Automarke wechselt, dass man aber ein Problem hat, wenn er in ein anderes Autohaus geht.

Förderung des Nachwuchses

Eine gute Kommunikation mit den Mitarbeitern ist für den geschäftsführenden Gesellschafter neben ordentlichen Produkten und Dienstleistungen der Schlüssel zum Erfolg. „Bei mir ist deshalb jeder Tag ein Tag der offenen Tür. Und zwar immer morgens um elf. Dann bin ich für die Sorgen und Probleme meiner Leute da“, erklärt Dahlmann. Nicht immer geht es in seiner Sprechstunde um rein Betriebliches. Mitunter drückt der Schuh schon mal privat, etwa weil jemand in der Schuldenfalle sitzt. Auch dafür hat der Chef ein offenes Ohr.

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„Eigengewächsen“ wie dem geschäftsführenden Verkaufsleiter Cornelius Otten und After-Sales-Geschäftsführer Heinz Engels, die im Betrieb „groß“ geworden sind. Um den bestmöglichen Nachwuchs bemüht sich der Dresen-Chef beizeiten. Seit Jahren besteht eine Kooperation zwischen der Unternehmensgruppe und einer Schule am Standort Neuss. Lange vor der eigentlichen Bewerbung um einen Ausbildungsplatz können die Jugendlichen während eines Praktikums zeigen, was in ihnen steckt.

„Das sagt uns mehr als alle Schulnoten“, so Dahlmanns Erfahrung. Durch „coole“ Aktionen wird das gute Verhältnis zwischen Schule, Schülern und Autohaus auf ein festes Fundament gestellt. „Für Schulausflüge stellen wir Fahrzeuge bereit. Und wenn die reisende Klasse eine Übernachtungsmöglichkeit braucht, dürfen die Schlafmatten auch schon mal in einem unserer Betriebe ausgerollt werden.“

Knapp 200 Millionen Euro Gesamtumsatz hat die Dresen-Gruppe im vergangenen Jahr gemacht. Den Löwenanteil von 70 Prozent trug der Verkauf von Neu- und Gebrauchtwagen dazu bei. Doch Dienstleistungen sind eine unverzichtbare Säule des Geschäfts, meint Dahlmann. So sei es zum Beispiel eine gute Entscheidung gewesen, einen Bosch-Dienst als freie Werkstatt in die Unternehmensgruppe zu integrieren. „Dadurch kriegen wir auch wieder ältere Fahrzeuge aufs Gelände, die keiner mehr in eine markengebundene Werkstatt bringen würde.“

An kreativen Geschäftsideen mangelt es dem Dresen-Chef auch nach 32 Unternehmerjahren nicht. Im Gegenteil. Demnächst will er eine „mobile Werkstatt“ an den Start bringen. „Das war schon lange mein Traum.“ Dafür soll ein Lkw umgebaut und mit einem Prüfstand sowie einem kleinen Ersatzteillager ausgestattet werden. „Für große Firmen, die einen riesigen Fuhrpark haben, ist es doch ein enormer Vorteil, wenn wir kommen und sie die Autos zum Inspektionstermin nicht erst zu uns bringen müssen.“

Einen mobilen Smart-Repair-Service hat der 58-Jährige bereits auf den Weg gebracht. Dazu wurden zwei Fahrzeuge mit den nötigen Geräten und einer mobilen Lackieranlage bestückt. Nun schreibt Dahlmann Leasingfirmen an, um sie von seiner mobilen Dienstleistung zu überzeugen. „Es lohnt sich immer, kleine Schäden wie Dellen und Löcher im Polster vor der Rückgabe reparieren zu lassen.“

Ein weiteres Projekt, das demnächst realisiert werden soll, ist die Dresen-Reparaturfinanzierung. Derzeit laufen Verhandlungen mit zwei Banken. Auch für Kunden, die ihr Fahrzeug auf Flüssiggasbetrieb umrüsten lassen wollen, will Dahlmann ein attraktives Finanzierungspaket schnüren. „Viele wollen umrüsten, um günstiger zu fahren, haben aber kein Cash in der Tasche. Die können die Kosten in 24 Raten zahlen und sparen dabei trotzdem noch.“

Auch in Zukunft werden die Weichen auf Wachstum gestellt. Derzeit hat die Dresen GmbH im Rhein-Ruhr-Gebiet einen Marktanteil von 25 Prozent. „40 Prozent sind unsere Zielmarke“, erklärt Dahlmann. „Größe ist wichtig. Weil ein großer Händler leichter mit den Herstellern verhandeln kann. Vor allem, wenn es um Rabatte geht.“

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