EU-Gutachten Automobilsektor leidet unter Brüsseler Politik

Von Doris S. Pfaff 2 min Lesedauer

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Die Zukunft der europäischen Wettbewerbsfähigkeit des Automobilsektors ist stark gefährdet. Wesentliche Ursachen dafür sind auf Fehlentscheidungen der EU-Kommission in Brüssel zurückzuführen. Das zeigt der von der EU beauftragte Bericht zur Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Unternehmen.

Die Kritik an der EU wächst – mit dem Bericht von Mario Draghi, dem EU-Beauftragten für Wettbewerbsfähigkeit, nun auch aus den eigenen Reihen. (Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Die Kritik an der EU wächst – mit dem Bericht von Mario Draghi, dem EU-Beauftragten für Wettbewerbsfähigkeit, nun auch aus den eigenen Reihen.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Um die „Zukunft der europäischen Wettbewerbsfähigkeit“ ist es nicht gut bestellt, wie der gleichnamige Bericht zeigt, den am Dienstag Mario Draghi, EU-Beauftragter für Wettbewerbsfähigkeit und früherer Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), in Brüssel vorstellte. In Auftrag gegeben hatte den Bericht EU-Kommissarin Ursula von der Leyen.

Autoindustrie braucht Technologieoffenheit

Darin empfiehlt Draghi der EU, sofort Maßnahmen zu ergreifen, um die wirtschaftliche Stärke, Sicherheit und Umwelt Europas nicht weiter zu gefährden. Dazu seien unter anderem Reformen durchzuführen, die bislang verzögert wurden. Um dem wirtschaftlichen Abschwung begegnen zu können, müsse die EU dringend handeln.

Vor allem die Automobilbranche leide unter der uneinheitlichen Planung der EU bei der Abstimmung der Klima- und Industriepolitik. Trotz des ehrgeizigen Ziels der EU, bis 2035 keine Auspuffgase mehr zu produzieren und Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor schrittweise aus dem Verkehr zu ziehen, sei die Umstellung der Lieferkette nicht ausreichend koordiniert worden.

Europäische Batterie-Allianz zu spät gegründet

Zu spät sei auch die Europäische Batterie-Allianz im Jahr 2017 gegründet worden. China habe bereits seit 2012 in die Batterie-Wertschöpfungskette und die gesamte Lieferkette für Elektrofahrzeuge investiert, heißt es im Bericht. Das Ergebnis: Seit 2015 bis 2023 sei der Marktanteil der chinesischen Autohersteller in Europa von 5 auf fast 15 Prozent angestiegen.

Als besonderes Versäumnis der EU nennt der Bericht die fehlende Technologieoffenheit im Automobilsektor. Während der Vorstoß in Richtung emissionsfreie Fahrzeuge für das Klima von entscheidender Bedeutung sei, fehle es nach wie vor an einer umfassenden Industriepolitik zur Unterstützung des Übergangs, insbesondere in der Lieferkette und der Infrastruktur. Dieses Versäumnis gefährde die Wettbewerbsfähigkeit Europas in der globalen Automobilindustrie.

Der europäische Verband für das Kfz-Gewerbe erklärte, insbesondere die Kritik Draghis an der fehlenden Technologieoffenheit wiederholt angemahnt zu haben.

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