Bilanz der Kfz-Versicherer Autoreparaturkosten steigen weiter

Von Doris S. Pfaff 2 min Lesedauer

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Die Kosten für Autoreparaturen steigen weiter. Die Kfz-Versicherer rechnen in diesem Jahr mit einem Anstieg von 4,5 Prozent. Grund dafür sind die Ersatzteilpreise und Werkstattkosten.

Auch in 2025 steigen die Reparaturkosten an Fahrzeugen weiter. Grund sind laut GDV die hohen Preise für Ersatzteile und die gestiegenen Werkstattkosten. (Bild:  ProMotor)
Auch in 2025 steigen die Reparaturkosten an Fahrzeugen weiter. Grund sind laut GDV die hohen Preise für Ersatzteile und die gestiegenen Werkstattkosten.
(Bild: ProMotor)

Die Reparaturkosten für Fahrzeuge steigen weiter deutlich an. Nach aktuellen Hochrechnungen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) müssen Kfz-Versicherer in diesem Jahr für Schäden rund 4,5 Prozent mehr ausgeben als im Vorjahr.

Grund der aktuellen Kostensteigerungen sind laut GDV insbesondere die Preise für Ersatzteile und Werkstattlöhne. „Wir beobachten seit Jahren, dass sowohl die Werkstattkosten als auch die Ersatzteilpreise viel schneller steigen als die allgemeine Inflation – und sehen jetzt die ersten Anzeichen dafür, dass diese Entwicklung auch 2025 weitergeht“, erklärt Jörg Asmussen, Hauptgeschäftsführer des GDV.

Ersatzteilpreise und Werkstattkosten als Preistreiber

Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem sogenannten Designschutz, der Autoherstellern für sichtbare Ersatzteile wie Kotflügel, Scheinwerfer oder Kofferraumklappen ein Quasi-Monopol verschafft. Der GDV spricht von einer „Kostenfalle für Autofahrer“, da die Hersteller die Preise nahezu frei bestimmen könnten. Zwar wurde 2020 eine Reparaturklausel eingeführt, die mehr Wettbewerb ermöglichen soll, doch aufgrund langer Übergangsfristen wird sich der Markt voraussichtlich erst ab 2045 spürbar öffnen.

Laut GDV stiegen die Preise für Ersatzteile zwischen August 2023 und August 2024 im Schnitt um 6,2 Prozent. Im Zeitraum 2014 bis 2024 verteuerten sich Ersatzteile sogar um rund 75 Prozent, während die allgemeine Inflation lediglich 28 Prozent betrug.

In den vergangenen zwei Jahren mussten die Kfz-Versicherer laut GDV infolge der steigenden Reparaturkosten Verluste von fast fünf Milliarden Euro verkraften. Das führte zu Beitragserhöhungen. Für das Jahr 2025 rechnet der GDV nicht mit weiteren Verlusten. Lediglich in der Vollkaskoversicherung könnten die Ausgaben weiterhin die Beitragseinnahmen übersteigen – abhängig auch vom Verlauf der Unwetter-Saison.

Debatte um „Gierflation“ und Werkstattpreise

Die aktuelle GDV-Bilanz könnte die im Frühjahr 2025 entbrannte öffentliche Debatte über die Rolle der Kfz-Werkstätten bei den steigenden Reparaturkosten wieder befeuern. Auslöser war die Bilanzpressekonferenz der SV Sparkassenversicherung, bei der der Finanzvorstand laut Stuttgarter Zeitung einigen Kfz-Werkstätten vorwarf, über die inflationsbedingten Kostensteigerungen hinaus erhöhte Rechnungen auszustellen – von „Gierflation“ war die Rede. Mehrere Medien griffen diesen Vorwurf auf.

Der ZDK wies diese Kritik entschieden zurück. Die Ursachen für die Kostensteigerungen seien vielschichtig, betont der Verband. Wiederholt würden die in den vergangenen Jahren stark gestiegenen Reparatur- und Ersatzteilkosten den Werkstätten angelastet und das Kfz-Gewerbe in ein negatives Licht gerückt.

Komplexere Fahrzeuge, steigende Betriebskosten

Der ZDK verweist auf mehrere Faktoren, die die Reparaturkosten beeinflussen: Allen voran seien das die gestiegenen Preise für Ersatzteile, die komplexere Technik in den Fahrzeugen und die gestiegenen Betriebskosten. Werkstätten müssen mit ihren Stundenverrechnungssätzen nicht nur Material, sondern auch Personal, Sozialabgaben, Weiterbildung, Miete, Energie und Abschreibungen abdecken.

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