Autos, die Geschichte schrieben

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Käfer: Von „KdF“ zu „Made in Germany“

Als automobiles Politikum schrieben zahlreiche Autos Geschichte. An erster Stelle der Käfer von VW. Entstanden im Dritten Reich als Mittel der Propaganda, als „Kraft-durch-Freude-Auto“ zum massenhaften Beförderungsmittel der Volksgenossen, die wöchentlich fünf Mark zum Kaufpreis von 1.000 Reichsmark zusammensparen durften, um dereinst millionenfach die neuen Reichsautobahnen zu befahren. Doch letztendlich schrieb das Auto Wirtschaftsgeschichte. Zwischen 1945 und 2003 entstanden genau 21.529.464 Exemplare. Die rundliche Limousine mit dem luftgekühlten Boxermotor im Heck symbolisierte nach dem Zweiten Weltkrieg unter dem Slogan „Made in Germany“ das deutsche Wirtschaftswunder wie kein anderes Industrieprodukt.

Politik mit Autos betrieb auch DDR-Chef Erich Honecker, als er 1978 zur Beruhigung seiner mangelwirtschaftlich missgestimmten Werktätigen 10.000 VW Golf importieren ließ. Das half langfristig ebenso wenig die Bürger auf Linie zu halten wie die 10.000 Mazda 323, die 1981 folgten. Das ungewollte „Happy-End“ für den sozialistischen Arbeiter- und Bauernstaat symbolisierte ebenfalls ein Auto. Den Trabant 601, mit 2.818.547 Einheiten der „Volkswagen des Ostens“, nutzten nach dem Fall der Berliner Mauer am 9. November 1989 ungezählte Noch-DDR-Bürger zur ersten Ausfahrt in den freien Westen. Der legendäre „Trabbi“ mit seinen knatternden 30 Zweitakt-PS wurde bald zum Sinnbild der neu gewonnenen deutschen Einheit.

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Unfälle und Anschläge

Zu zweifelhaftem Ruf brachten es auch jene Autos, in denen dereinst berühmte Zeitgenossen den Unfalltod fanden. Exemplarische Beispiele sind der Porsche 550 Spyder, in dem der erst 24-jährige US-Schauspieler James Dean – ein Jugendidol seiner Zeit – am 30. September 1955 bei einem Unfall tödlich verunglückte oder das französische Luxuscoupé Facel Vega FV, in dem am 4. Januar 1960 der französische Schriftsteller und Philosoph Albert Camus bei einem Autounfall ums Leben kam.

Dramatische Geschichte schrieben auch die gepanzerte Mercedes S-Klasse, in der am 30. November 1989 der damalige Deutsche-Bank-Chef Alfred Herrhausen bei einem Bombenattentat der „Roten Armee Fraktion“ getötet wurde und der zerfetzte Fiat Croma, in dem der 53-jährige italienische Untersuchungsrichter Giovanni Falcone am 18. Mai 1992 in Palermo einem Bombenanschlag der sizilianischen Mafia zum Opfer fiel. Als Symbol politischer und krimineller Gewalt gingen die Bilder der zerstörten Autos damals um die Welt.

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