Einflussfaktoren für Batteriealterung Batterien vertragen auch das DC-Laden

Von sp-x 2 min Lesedauer

Neue Realdaten aus zehntausenden Elektroautos zeigen: Selbst häufiges Schnellladen lässt Batterien in einem wirtschaftlich vertretbaren Rahmen altern.

Wer sich für den Schnellladestecker entscheidet, lässt die Traktionsbatterie des E-Fahrzeugs messbar, aber in einem vertretbaren Rahmen schneller altern.(Bild:  Porsche)
Wer sich für den Schnellladestecker entscheidet, lässt die Traktionsbatterie des E-Fahrzeugs messbar, aber in einem vertretbaren Rahmen schneller altern.
(Bild: Porsche)

Die Art, wie moderne Elektroautos geladen werden, hat messbaren Einfluss auf die Alterung der Traktionsbatterie. Das zeigt eine aktuelle Auswertung des Telematikspezialisten Geotab, der reale Batteriedaten aus mehr als 22.700 Elektrofahrzeugen von 21 Marken über mehrere Jahre analysiert hat. Trotz des steigenden Anteils von Schnellladungen bleiben die Akkus demnach deutlich länger einsatzfähig, als es die meisten Flottenbetreiber in ihren Austauschzyklen kalkulieren. Auch eine intensive Nutzung gilt damit weiterhin als wirtschaftlich vertretbar.

Die durchschnittliche jährliche Batteriedegradation lag 2025 bei 2,3 Prozent, nach 1,8 Prozent im Jahr 2024. Den Anstieg führt Geotab vor allem auf die wachsende Nutzung leistungsstarker DC-Schnelllader zurück. Ein Vergleich unterschiedlicher Ladeprofile zeigt den Effekt deutlich: Fahrzeuge, die überwiegend mit Ladeleistungen von mehr als 100 kW geladen werden, verlieren im Schnitt 3,0 Prozent Kapazität pro Jahr. Bei vorwiegender AC-Ladung oder niedrigeren Ladeleistungen beträgt die Degradation dagegen nur etwa 1,5 Prozent.

Dennoch bleibt auch eine beschleunigte Alterung durch häufiges Schnellladen aus wirtschaftlicher Sicht meist unkritisch. „Der Zustand der EV-Batterien bleibt gut, auch wenn die Fahrzeuge schneller geladen und intensiver genutzt werden“, sagt Charlotte Argue, Senior Manager Sustainable Mobility bei Geotab. Selbst bei hoher DC-Ladequote halten moderne Akkus laut Studie in der Regel länger als die von Flotten angesetzte Nutzungsdauer.

Stärker genutzte Fahrzeuge verlieren pro Jahr zwar rund 0,8 Prozentpunkte mehr Kapazität als wenig bewegte, doch dieser Effekt wird laut Geotab durch die höhere Fahrzeugverfügbarkeit und sinkende Kosten pro Kilometer überkompensiert. Für Betreiber heißt das, dass nicht das Schnellladen an sich problematisch ist, sondern dessen dauerhafte Anwendung mit maximaler Leistung. Wer die Ladeleistung auf das betrieblich notwendige Maß begrenzt, kann die Batteriealterung spürbar reduzieren, ohne die Einsatzfähigkeit der Fahrzeuge einzuschränken.

Andere häufig diskutierte Einflussfaktoren spielen eine deutlich geringere Rolle. So beschleunigt ein heißes Klima die Degradation zwar messbar, jedoch nur um rund 0,4 Prozentpunkte pro Jahr gegenüber gemäßigten Regionen. Auch ein breiter genutzter Ladezustandsbereich wirkt sich kaum negativ aus, solange Batterien nicht regelmäßig vollständig geladen oder nahezu leergefahren werden.

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