Bei Mothor ist Nachwuchs willkommen
Geschlossener Kindergarten, keine Tagesmutter, Stundenausfall in der Schule – für die Mitarbeiter im Autohaus Mothor in Brandenburg ist das kein Problem mehr.
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Der Kindergarten bleibt wegen Krankheit geschlossen, die Tagesmutter hat eine Autopanne, in der Schule fallen Stunden aus. Jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter kann unerwartet in solch eine verzwickte Lage kommen.
Für die 50 Mitarbeiter im Autohaus Mothor in Brandenburg ist das seit drei Jahren kein Problem mehr. In der Ausstellungshalle gibt es eine Spielecke und für die Schulkinder in einem Büro einen Arbeitsplatz, an dem sie Hausaufgaben erledigen können.
Natürlich sind Spielecke und Arbeitsplatz keine Alternative zu regulären Betreuungsangeboten. Doch sie sind einfach, kostengünstig und wirkungsvoll. Der achtjährige Mario Müller kommt immer donnerstags ins Autohaus. Da hat er am späten Nachmittag Fußballtraining. Seine Mutter Sandra ist Disponentin. Die Zeit zwischen Feierabend und Trainingsbeginn würde nicht reichen, um Mario im Hort abzuholen und pünktlich zum Fußballplatz zu bringen.
Lena und Lars Schöck kommen nach dem Kindergarten ins Autohaus, wenn ihre Mutter Sabrina Spätschicht hat und der Vater auf Montage ist. Für beide Familien ist das eine große Hilfe, denn es gibt ihnen die Möglichkeit, sowohl ihrer Arbeit ordentlich nachzugehen als auch ein gutes Gewissen ihren Kindern gegenüber zu haben.
Für Geschäftsführer Frank Motejat wiederum ist ein gutes Arbeitsklima sehr wichtig. „Das macht sich bezahlt“, ist er überzeugt. Allein um den Krankenstand in seinem Betrieb wird ihn so mancher Unternehmer beneiden. Er beträgt weniger als zwei Tage im Jahr. Fluktuation kennt man bei Mothor fast gar nicht. In seiner Firmenphilosophie nimmt die familiäre Atmosphäre einen wichtigen Platz ein. Und das ist nicht nur so dahingesagt. Seine Mitarbeiter haben 15 Kinder – Tendenz steigend.
Doch erst seitdem er sich mit seinem Unternehmen am IHK-Projekt „Babies and Bosses“ beteiligt hat, weiß er, was es alles für Möglichkeiten gibt, solch ein Klima zu unterstützen. So kann er als Unternehmer seinen Mitarbeitern zusätzlich zum normalen Arbeitslohn Geld für die Betreuung ihrer nicht schulpflichtigen Kinder zahlen. Diese Summe ist steuer- und sozialversicherungsfrei. Für das Unternehmen zählt sie als Betriebsausgabe. Auch wenn ein Kind krank ist und die Mitarbeiter eine extra Betreuung finanzieren müssen, können sie dafür Geld beantragen. Wollen sie ihre Kinder selbst betreuen, können sie unbezahlten Sonderurlaub nehmen und müssen nicht ihren regulären Urlaub verbrauchen.
Außerdem hat Frank Motejat mit einem Kindergarten in der Nähe eine Vereinbarung abgeschlossen. Falls seine Mitarbeiter wegen einer Veranstaltung mal über die normalen Öffnungszeiten ihrer Kita hinaus arbeiten müssen, können die Kinder dort bleiben.
Sabrina Schöck und Sandra Müller erleben immer wieder großes Erstaunen im Freundes- und Bekanntenkreis, wenn sie über die familienfreundlichen Bedingungen an ihrem Arbeitsplatz erzählen. Dabei kostet das den Unternehmer fast nichts. Zudem haben Tageszeitung, Rundfunk und Fernsehen über das Autohaus berichtet – Werbung, die konkret und überzeugend ist und für die Frank Motejat sonst viel Geld ausgeben muss.
„Ich bin überzeugt, dass Kunden denken: ‚Wenn die bei Mothor so sozial und familienfreundlich sind, kaufe ich mein Auto dort.’ Natürlich nur, wenn wir auch gute Arbeit abliefern“, sagt Motejat.
Um Letzteres muss ihm nicht Bange sein – ein gutes Betriebsklima ist schließlich die optimale Voraussetzung dafür, dass alle Mitarbeiter ihr Bestes geben.
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