Beschwerden über Nicht-Innungsmitglieder nehmen zu
Die Schiedsstellen für das Kfz-Gewerbe mussten 2006 rund ein Viertel mehr Anträge abweisen, weil die Betriebe, um die es ging, nicht in Innungen organisiert sind.
Bei den 130 Schiedsstellen für das Kfz-Gewerbe ist es im vergangenen Jahr etwas ruhiger zugegangen als 2005. 11.550 Anträge von Kunden für ein Schiedsverfahren entsprechen einem Rückgang von 1,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Parallel dazu stieg allerdings die Anzahl der Abweisungen von Anträgen um rund ein Viertel an, weil deutlich mehr Beschwerden über Betriebe eingingen, die keine Innungsmitglieder sind.
Bei insgesamt 72,6 Millionen Serviceaufträgen und 3,7 Millionen verkauften gebrauchten Pkw bestätige die Jahresbilanz der Schiedsstellen einmal mehr den guten Service und die Qualität der Gebrauchtwagen, sagte Dr. Axel Koblitz, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes.
Von den 11.550 Anträgen auf die Durchführung eines Schiedsverfahrens wurden 9.951 bereits im Vorverfahren beendet (Vorjahr 10.333). Lediglich 1.608 Verfahren (Vorjahr 1.478) gelangten vor die Schiedskommission. Davon wurden 731 durch Vergleich erledigt (Vorjahr 611), in 197 Fällen (Vorjahr 215) bekam der Kunde in vollem Umfang Recht.
Beschwerden zur Rechnungshöhe rückläufig Gesunken sei die Anzahl an Beschwerden bezüglich der Rechnungshöhe: 4.022 Anträge (Vorjahr 4.197) basierten auf vermeintlich zu hohen Rechnungen. Weitere Gründe waren "nicht in Auftrag gegebene Arbeiten" in 2.502 Fällen (Vorjahr 1.997) sowie "unsachgemäße Arbeit" in 3.248 Fällen (Vorjahr 2.878).
Auch die Gebrauchtwagen-Schiedsstellen seien ihrem Auftrag als neutrale Schlichter gerecht geworden, erklärte Koblitz. 2.888 Gebrauchtwagenkäufer hätten sich 2006 bei den Schiedsstellen beschwert (Vorjahr 2.939). Bei 1.757 dieser Beanstandungen führten die Kunden "technische Mängel" an (Vorjahr 2.114), in 383 Fällen "Unfallschäden" (Vorjahr 432) und 75 Mal eine "falsche Gesamtlaufleistung" (Vorjahr 92).