Die Zeiten für die Kfz-Betriebe sind weiterhin herausfordernd. Darüber war sich die Delegiertenversammlung des Landesverbands Niedersachsen-Bremen einig. Auch darüber, dass ihr Vorstand gute Arbeit leistet – weshalb sie ihn einstimmig wiederwählte.
Der Vorstand der Landesinnungsinnungsverbands mit dem Präsidium des Landesverbands Niedersachsen-Bremen (v. l.): Christian Metje, Markus Ahrens, Lothar Freese, Joachim Czychy, Markus Hünken, Karl-Heinz Bley, Hans Jörg Koßmann, Arnulf Winkelmann, Thomas Schacht und Oliver Schatta.
(Bild: Kfz-Gewerbe Niedersachsen)
Bei der Mitgliederversammlung des Landesverbands und Landesinnungsverbands Niedersachen-Bremen in Wolsrode wurde Karl-Heinz Bley einstimmig in seinem Amt als Präsident und Landesinnungsmeister bestätigt. Der 69-Jährige wurde damit zum fünften Mal an die Spitze des Verbands gewählt. Als Stellvertreter stehen ihm weiterhin Arnulf Winkelmann und Hans Jörg Koßmann zur Seite.
„Es waren und bleiben schwere Zeiten für unsere Unternehmen“, sagte Bley. Hinter dem Kfz-Gewerbe lägen bittere acht Monate. Und es sei nicht absehbar, worauf sich die Betriebe noch einstellen müssten. Verändertes Kunden- und Mobilitätsverhalten, sinkende Serviceerlöse, Elektrifizierung, neue Wettbewerber, Online-Vertriebsmodelle, unklare digitale Strategien, undurchsichtige Agentur-Planungen von Herstellern, Klima- und Verkehrswende, hohe Inflation, Teuerungswellen für Energie und den täglichen Bedarf, Corona, der Krieg in der Ukraine, all das seien Herausforderungen, die es zu meistern gelte.
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Kritik an der Neuregelung der E-Prämie
Die Perspektiven seien nicht ermutigend, so Bley weiter, aber die Branche habe schon andere Krisen überstanden. Die KBA-Zahlen für Neuzulassungen und Besitzumschreibungen spiegelten die aktuelle Lage wider. Einzig im Motorrad-Bereich gebe es positive Zahlen.
Bley kritisierte die geplante Neuregelung der Elektro-Prämie, die bei einem gedeckelten Gesamtetat von 2,5 Milliarden Euro im kommenden Jahr zu einer Art „Windhundrennen“ werde. Allein in diesem Jahr würde der Staat die Elektromobilität mit fast fünf Milliarden Euro fördern. Bei Lieferzeiten für E-Modellen von mehr als einem Jahr seien der Kundenärger und die allgemeine Enttäuschung über eine Regelung vorprogrammiert.
Informationen über AÜK und Sermi
Anschließend informierte ZDK-Geschäftsführer Werner Steber über die aktuellen Entwicklungen der Projekte AÜK und Serma und wies auf die Herausforderungen für Innungen und Unternehmen hin. Steber informierte darüber, dass der Bundesinnungsverband (BIV) am 17. Juni 2022 die Urkunde über die erweiterte Akkreditierung von der Deutschen Akkreditierungsstelle (DAkkS) erhalten habe. Dadurch seien nun alle anerkannten AU-, SP- und GAP-Werkstätten in das akkreditierte Qualitätsmanagementsystem (QMS) des BIV zur AÜK eingebunden, wenn sie alle Anforderungen des QMS erfüllen.
Serma sei ein neues Angebot des Bundesinnungsverbands (BIV) des Kfz-Handwerks und richte sich an Kfz-Betriebe. Dabei gehe es um den „Zugang zu diebstahl- und sicherheitsrelevanten Reparatur- und Wartungsinformationen“. An diese sollen alle Betriebe nach dem Willen der EU künftig leichter herankommen, so Steber.
Möglich machen soll dies ein standardisiertes Zulassungs- und Autorisierungsverfahren, das fünf Jahre lang gültig sein soll. Betriebe müssten sich dann nicht mehr bei jedem einzelnen Fahrzeughersteller anmelden, um Zugang zu sicherheits- und diebstahlrelevanten Reparatur- und Wartungsinformationen über deren Websites oder Diagnosesysteme zu erhalten. Die Autorisierung und Zulassung werden zukünftig über die Inspektionsstelle Serma nach dem „Sermi-Prinzip“ erfolgen.
Die THG-Prämie bietet ein neues Geschäftsmodell
ZDK-Referent Markus Weller erläuterte anschließend das Projekt „THG-Minderungsquote“. Dies sei nicht allein eine weitere Förderung des Staates für die Elektromobilität, sondern für die Kfz-Unternehmen eine attraktive Dienstleistung zur Kundenbindung und ein zeitgemäßes Geschäftsmodell. Weller erklärte, wie Kfz-Betriebe daran teilnehmen können und wies auf die Plattform Geld-für-eAuto hin, die gemeinsam vom ZDK und dem Start-up Zusammenstromen betrieben wird. Über diese können Kfz-Betriebe ihre THG-Prämie beantragen, jetzt auch für Ladesäulen für E-Autos.
Ehrungen für besonderes ehrenamtliches Engagement
Das Zusammenspiel von Haupt- und Ehrenamt sei im Kfz-Gewerbe die Basis für Erfolge, leiteten Bley und Geschäftsführer Christian Metje die Ehrungen ein. In der Berufsausbildung ebenso wie im Prüfungswesen leiste das Ehrenamt Vorbildliches. Das verdiene Respekt und Anerkennung. Mit der Ehrennadel des Zentralverbands in Silber für 25-jähriges ehrenamtliches Engagement wurde Dirk-Walter Amtsfeld ausgezeichnet. Die Ehrennadel in Bronze erhielten Oliver Schatta, Karl-Wilhelm Schnars, Volker Höfert und Erwin Tatge.
Stand: 08.12.2025
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Dem Vorstand des Landesinnungsverbands gehören an:
Landesinnungsmeister Karl-Heinz Bley MdL, Kfz-Innung Cloppenburg; stellvertretender Landesinnungsmeister und Vorstandsmitglied Hans-Jörg Koßmann, Kfz-Innung Bremen: Lothar Freese, Innung des Kfz-Handwerks Ostfriesland; Markus Hünken, Kfz-Innung Osterholz; Joachim Czychy, Kfz-Innung des Kreises Harburg; Oliver Schatta, Kfz-Innung Braunschweig; Thomas Schacht, Kfz-Innung Salzgitter, Landesfachgruppenleiter „Freie-Service-Betriebe“.
Dem Präsidium des Landesverbands gehören an:
Präsident Karl-Heinz Bley MdL, Kfz-Innung Cloppenburg; stellvertretender Präsident Arnulf Winkelmann, Kfz-Innung Soltau-Fallingbostel; Markus Ahrens, Kfz-Innung Aschendorf-Hümmling und Joachim Czychy, Kfz-Innung des Kreises Harburg. Landespressesprecher für den Landesinnungsverband und Landesverband ist Joachim Czychy.