BMW auf dem Weg zum Mobilitätsdienstleister

Autor / Redakteur: Christoph Baeuchle / Praktikant AM

BMW will mehr als Premiumautos zu bauen. Bis 2020 wollen die Bayern größter Hersteller von Premiumprodukten rund um die individuelle Mobilität sein.

Der Münchner Automobilhersteller will sich zum Mobilitätsdienstleister weiterentwickeln. „Bis 2020 wollen wir führender Hersteller von Premiumprodukten rund um die individuelle Mobilität sein“, kündigte BMW-Chef Norbert Reithofer am Donnerstag bei einer Veranstaltung der Zeitschrift „Auto Motor Sport“ in Stuttgart an.

Als Beispiel nannte Reithofer einen derzeitigen Test in Frankreich: Die Kunden würden von einer Großstadt zur anderen mit dem Zug fahren, zum Beispiel von Lyon nach Paris, um dort mehrere Tage ein Auto zu nutzen. BMW stelle dazu eine entsprechende Flotte bereit.

Damit schlägt ein weiterer Automobilbauer den Weg in Richtung Mobilitätsdienstleistungen ein. Daimler vermietet mit „Car-2-Go“ in Ulm bereits seit längeren seinen Kleinwagen Smart und Peugeot schiebt in mehreren Großstädten sein Projekt „Mu“ an, bei dem Verbraucher „Mobilitätspunkte“ einkaufen, um diese nach Bedarf für die Nutzung eines Fahrrads oder eines Transporters einzutauschen.

BMW sucht neue Verkaufswege

Wesentlicher Teil der Weiterentwicklung von BMW ist auch das für die erste Hälfte des Jahrzehnts angekündigte Megacity Vehicle, das unter einer Sub-Marke auf den Markt kommen soll. „Wir werden uns auch neue Wege für den Verkauf überlegen“, so Reithofer. Allerdings schloss der BMW-Chef das Leasing der Batterie aus.

Auch in anderen Aspekten versucht der Autobauer die Grenzen konventionellen Denkens mit dem Projekt zu überwinden. So will BMW mit dem Werkstoff Carbon, der bislang in der automobilen Serienproduktion nicht zum Einsatz kommt, das Zusatzgewicht der Batterie kompensieren. Gebaut wird das Elektroauto im BMW-Werk in Leipzig.

Insgesamt bündelt BMW das Thema E-Mobilität im Bereich Project i. Dazu zählt auch der internationale Feldversuch mit mehr als 600 rein elektrisch angetriebenen Mini E. Ergebnis: „Über 90 Prozent der Teilnehmer nutzen das Fahrzeug wie ein Auto mit Verbrennungsmotor“, so Reithofer. Ein Unterschied zwischen Berlin und Los Angeles sei nicht auszumachen. Die Reichweite der Batterie sei kein Problem, alle zwei bis drei Tage werde das Fahrzeug aufgeladen – vorwiegend während der Arbeit oder zu Hause.

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