BMW-Innovationstag: Virtuelles Werkzeug hilft beim Service

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BMW erforscht den Einsatz virtueller Werkzeuge. Dadurch sollen künftig im Service-Bereich Arbeitsschritte vereinfacht mittels Datenbrille erklärt werden.

Geht es nach den Entwicklern im BMW-Service, können sich Mechaniker bald virtuell die nötigen Arbeitsschritte erklären lassen. Die Werkstattmitarbeiter müssen dann nicht mehr umfangreiche Reparaturanleitungen studieren. Das Stichwort für dieses Forschungsvorhaben lautet "Augmented Reality", zu Deutsch "erweiterte Realität". Dahinter verbirgt sich eine Technik, mit der man mittels einer Datenbrille die real betrachtete Umgebung mit virtuellen, dreidimensionalen und animierten Darstellungen überlagern kann.

Mechaniker sehen durch die Datenbrille die reale Umgebung und darin überlagert virtuelle Informationen für die Reparatur. So wird beispielsweise das benötigte Werkzeug eingeblendet, wenn im Motorraum Schrauben zu lösen oder anzuziehen sind. Auch die jeweilige Drehrichtung erscheint in der Animation. Damit stehen auch bei komplexen Abläufen alle Informationen in Echtzeit zur Verfügung, die Arbeit muss nicht unterbrochen werden. "Die Information kommt zum Anwender", erklärt Peter Dick, Entwicklungsingenieur im BMW-Service, die Kernidee. BMW will dadurch langfristig den Aufwand für die in 18 verschiedenen Sprachen übersetzten Reparaturanleitungen reduzieren und somit die Schulungen vereinfachen. "In der derzeitigen Phase bewerten wir die neue Technologie", erläutert Dick und weist darauf hin, dass noch viel Feinarbeit nötig ist. Das gilt auch für die Systemhardware mit dem kompakten Kopfträger und dem Monitor-Kamera-Verbund.

Weitere wichtige Themen des BMW-Innovationstages:

Magnesium: Mit der Weltneuheit Verbundkurbelgehäuse aus Magnesium und Aluminium setzt BMW erneut einen Meilenstein in der Werkstoff- und Motorentechnologie. Magnesium, um 33 Prozent leichter als Aluminium und um 77 Prozent leichter als Stahl, verschafft den Motorenbauern neue Möglichkeiten. Durch die Substitution von Aluminium durch Magnesium sinkt das Gewicht des Kurbelgehäuses um rund zehn Kilogramm. Die heute bereits seriennahe Entwicklung geht in den kommenden zwei Jahren in Serie. Als erster Motor dürfte der neue BMW-Reihensechszylinder davon profitieren.

Kohlefaserverstärkte Kunststoffe (CFK): Ein Musterbeispiel für den Serieneinsatz des innovativen Leichtbau-Verbundwerkstoffes ist das CFK-Dach des BMW M3 CSL in Sichtoptik. Das CFK-Dach wird mit dem weltweit ersten hochautomatisiderten Fertigungsprozess für CFK-Karosseriebauteile im Werk Landshut hergestellt. CFK bietet hohe Gewichtsvorteile, gepaart mit guten Crash- und Korrosionseigenschaften.

Entwicklungsziel "Effiziente Dynamik": In einem X5-Forschungsfahrzeug stehen durch die Integration eines Elektromotors zwischen Verbrennungsmotor und Getriebe 1000 Nm Anfahrdrehmoment zur Verfügung. Der Elektromotor unterstützt den konventionellen Antrieb beim Beschleunigen. Außerdem werden durch Speicherung der Bremsenergie bis zu 15 Prozent Kraftstoff eingespart.