BMW streicht 8.000 Stellen
Personalvorstand Ernst Baumann hält Einsparungen für notwendig: "Nur so werden wir am Standort Deutschland langfristig eine Chance haben."
Der Autobauer BMW hat den Abbau von 8.100 Stellen bestätigt. Von den Kürzungen seien im Inland 5.000 Zeitarbeitskräfte und 2.500 Mitarbeiter der Stammbelegschaft betroffen, sagte BMW-Personalvorstand Ernst Baumann am Mittwoch in München. Hinzu kommen 600 fest angestellte Beschäftigte im Ausland. Der Abbau soll im großen und ganzen bis Ende des Jahres über die Bühne gehen und bei den fest Angestellten auf freiwilliger Basis über Abfindungen erfolgen.
Die Kürzungen sind Teil eines milliardenschweren Sparprogramms, mit dem BMW seinen jahrelangen Margenverfall stoppen will. Während BMW-Personalvorstand Ernst Baumann die Einschnitte am Mittwoch als unumgänglich verteidigte, sprach die IG Metall bereits von einem "Kulturbruch".
"Wir haben in den letzten Jahren zwar starke Absatzzuwächse, aber eine konträre Entwicklung der Margen gesehen. Das ist hochgefährlich in der Autoindustrie", sagt Analyst Falk Frey von der Unternehmensberatung moody's. Die Einschnitte bei BMW seien trotz eines Vorsteuergewinns von 3,7 Milliarden Euro deshalb "mehr als notwendig". Zudem könne derzeit niemand abschätzen, wie sich der Dollar künftig entwickelt. Hinzu kämen die Sorgen über die Konjunktur in den USA und Europa wegen der Auswirkungen der Kreditkrise. Dies könnte bei den Verbrauchern für Zurückhaltung beim Autokauf sorgen.
Personalvorstand Baumann räumte ein, dass die Kürzungen schwer zu vermitteln seien. "Bei diesem Ergebnis ist es nicht einfach, den Menschen Produktivitätssteigerungen zu erklären." An den Einsparungen führe aber kein Weg vorbei. "Nur so werden wir am Standort Deutschland langfristig eine Chance haben."