Mobilitätskonzepte BMW und Mercedes verkaufen Free Now an Lyft

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Die beiden Premiumhersteller haben genug von ihren Ausflügen in alternative Mobilitätsangebote. Das Gemeinschaftsunternehmen Free Now war aus dem Zusammenschluss früherer eigener Mobilitätsinitiativen entstanden.

Der Mobilitätsanbieter Free Now wird an das US-Unternehmen Lyft verkauft.(Bild:  Free Now)
Der Mobilitätsanbieter Free Now wird an das US-Unternehmen Lyft verkauft.
(Bild: Free Now)

BMW und Mercedes-Benz verkaufen ihre gemeinsame Tochter Free Now an den US-Fahrdienstvermittler Lyft. Der Mobilitätsdienstleister bringt den beiden Autoherstellern rund 175 Millionen Euro ein, wie Free Now mitteilt. BMW und Mercedes bestätigten den Verkauf in einem gemeinsamen Statement. Darin hieß es, man werde sich weiterhin auf das Kerngeschäft „sowie auf die Transformation in Richtung Elektrifizierung, Digitalisierung und KI sowie Dekarbonisierung konzentrieren“.

Free Now war ursprünglich als Start-up in Hamburg unter dem Namen Mytaxi gegründet worden. Zwischenzeitlich vermittelte das Unternehmen auch im großen Stil Fahrten von Mietwagenbetrieben. Damit machte Free Now nicht nur den traditionellen Taxi-Zentralen Konkurrenz, sondern stand auch im Wettbewerb zu Plattformen wie Uber oder Bolt. Im April 2024 hatte das Unternehmen aber angekündigt, sich aus dem umstrittenen Geschäft mit den Mietwagenflotten zurückzuziehen.

Erst vergangenen Herbst hatte Free Now mitgeteilt, dass es inzwischen die Gewinnzone erreicht habe und dies auch mit der Konzentration auf das Taxi-Geschäft begründet. Die Beteiligung der beiden Automobilhersteller geht zurück auf frühere Aktivitäten im Bereich der alternativen Mobilität. Mit Car-2-Go war Daimler im Jahr 2008 ins Carsharing-Geschäft eingestiegen. Das Projekt fusionierte 2019 mit dem im Jahr 2011 gestarteten BMW-Pendant Drive Now zu Share Now als Joint Venture der beiden Autobauer. Daimler wiederum war bereits seit 2014 mehrheitlich an der Intelligent Apps GmbH beteiligt, die hinter Mytaxi steckt.

Zur Free-Now-Gruppe gehören verschiedene Mobilitätsdienste oder Pendants in anderen Ländern, darunter Beat (verfügbar in Griechenland und Lateinamerika), Reach Now (multimodal), Park Now und Charge Now.

Taxi-Dienst bleibt Kerngeschäft

In den USA ist Lyft der größte Konkurrent von Uber. Im Heimatmarkt sind meist Privatleute mit ihren Autos als Fahrer unterwegs, in Europa ist das nicht erlaubt. Stattdessen vermittelt etwa Uber in Deutschland Dienste professioneller Fahrer von einem Generalunternehmer.

Auf die Frage, ob Lyft künftig auch in Europa ins Geschäft mit der Fahrdienst-Vermittlung einsteigen wolle, sagte eine Sprecherin, der Taxi-Dienst werde die Basis des Free-Now-Geschäfts bleiben. In Zukunft werde man Fahrdienst-Vermittlung nur in Märkten erwägen, wo dies erlaubt sei – und dabei die Wettbewerbssituation berücksichtigen.

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