Branchenspiegel: Insolvenzen in der Gerstmann-Gruppe
Geschäftsbetrieb wird aufrecht erhalten / 400 Besucher beim Hans Hess Unternehmertag / Neue Peugeot-Niederlassung in Köln
Die Gerstmann-Gruppe in Nordrhein-Westfalen hat für mehrere ihrer Autohäuser Insolvenzantrag gestellt. Betroffen sind Ford Gerstmann/Opel Gerstmann und Volvo Schepker in Oberhausen, Ford Deterding in Mühlheim sowie die Ford-Autohäuser der Gruppe in Düsseldorf und Solingen. Einer Mitteilung zufolge wird der Geschäftsbetrieb aufrecht erhalten.
Ein zehn Jahre alter Betrugsfall hänge "der Gerstmann Gruppe nach wie vor wie ein Mühlstein um den Hals", sagte der vorläufige Insolvenzverwalter Helmut Schmitz zu den Gründen für die Insolvenz. Dieser habe das Unternehmen damals etwa 48 Millionen Mark gekostet. Den Ausschlag für den Gang zum Insolvenzgericht hätten jetzt allerdings drastische Veränderungen in den Finanzierungskonditionen durch die Ford-Bank gegeben. Die Geschäftsbanken der Gruppe hätten sich hingegen um eine konstruktive Lösung bemüht, mussten aber letztendlich auch die Kreditlinien kürzen.
Nicht betroffen von der Insolvenz sind die zum Unternehmen gehörenden Autohäuser der Ruhrdeichgruppe in Duisburg, Moers, Gelsenkirchen und Mühlheim, die vorwiegend japanische Marken verkaufen und rechtlich selbstständig sind. Die Gerstmann-Gruppe erwirtschaftet mit 500 Angestellten einen Jahresumsatz von rund 200 Millionen Euro.
400 Besucher beim Hans Hess Unternehmertag
Aktuelle Fragen rund um das Thema Service sowie Vorträge zum lokalen Marketing und zur aktuellen Marktentwicklung standen im Mittelpunkt des 13. Unternehmertages der Hans Hess Autoteile GmbH. Über 400 Teilnehmer aus Werkstätten, Teilehandel und Industrie kamen ins Phantasialand nach Brühl. Am folgenden Tag besuchten 100 Werkstattpartner und 42 Handelspartner die 2. Motoo-Partnertagung. Neben der Präsentation der neuen Kundenersatzfahrzeuge spielten auch die Einführung neuer Leistungsmodule und der weitere Ausbau der Kommunikation unter den Werkstatt- und Teilehandelspartnern eine Rolle.
Neue Peugeot-Niederlassung in Köln
Die Peugeot-Niederlassung in Köln eröffnet Anfang 2007 einen neuen Standort. Derzeit ist das Unternehmen auf mehrere Filialen über die ganze Stadt verstreut, die künftig zusammengefasst werden sollen. Das neue Gebäude entsteht auf einem 8.900 Quadratmeter großen Grundstück an der Pohligstraße im Stadtteil Zollstock. Bis zu 30 Neu- und 60 junge Gebrauchtwagen sollen dort Platz finden. Mit dem Bau beauftragt wurde die LEG Landesentwicklungsgesellschaft NRW GmbH, die das Gebäude inzwischen an den Immobilien-Investor Hannover Leasing verkauft hat. Es ist derzeit nicht unüblich, dass besonders Automobilhersteller den Bau von Niederlassungsstandorten nach außen vergeben und sich anschließend in die Immobilie einmieten.