Bremsenspezialist erhebt Vorwürfe gegen Bosch

Von Christoph Seyerlein

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Laut FAZ soll der weltgrößte Autozulieferer von Nucap in Kanada verlangt haben, minderwertige Komponenten in seinen Bremsbelägen zu verwenden, um die Kosten zu drücken.

Bosch befindet sich im Rechtsstreit mit dem kanadischen Bremsenspezialisten Nucap.(Foto:  Bosch)
Bosch befindet sich im Rechtsstreit mit dem kanadischen Bremsenspezialisten Nucap.
(Foto: Bosch)

Der kanadische Zulieferer Nucap wirft Bosch vor, minderwertige Teile in seinen Bremsen einzusetzen. Wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (Montag) berichtet, wollte der Stuttgarter Konzern 2013 Nucap dazu drängen, günstigere Teile zu verwenden. Die Kanadier hätten dies allerdings aus Sicherheitsgründen abgelehnt, die Geschäftsbeziehungen zwischen beiden Unternehmen kamen daraufhin zum Erliegen.

Konkret soll Bosch von Nucap verlangt haben, auf eine gründliche Vorbehandlung der Trägerplatten für Bremsbeläge zu verzichten, um Geld zu sparen. Das Einsparpotenzial liegt laut Ray Arbesman, Verwaltungsratschef von Nucap, bei fünf bis zehn Cent für jedes der knapp 50 Cent teuren Bauteile. Die Kanadier fürchteten, dass ohne die Vorbehandlung Korrosion bei den Platten drohen könnte. Sie weigerten sich, der Aufforderung nachzugehen, obwohl Bosch zugesagt hatte, die Teile nachzubehandeln.

Bosch beendete daraufhin im November 2014 die Geschäftsbeziehung mit Nucap. Ein schwerer Schlag für den Zulieferer, der aufgrund des Verlustes seines größten Kunden nach eigenen Angaben 150 seiner rund 500 Mitarbeiter entlassen musste.

Die beiden Parteien haben sich mittlerweile gegenseitig verklagt. Im März bezichtigten die Kanadier Bosch des Diebstahls von Geschäftsgeheimnissen. Sie werfen den Stuttgartern vor, technische Zeichnungen gestohlen zu haben, um Komponenten von günstigeren Herstellern produzieren zu lassen. Im Gegenzug erstattete Bosch eine Anzeige gegen Nucap wegen eines Verstoßes gegen das amerikanische Wettbewerbsrecht. Der Bremsspezialist habe seine dominierende Position bei einem anderen Bauteil ausgenutzt und dieses nur unter der Bedingung liefern wollen, dass Bosch auch die Trägerplatten abnehme, begründet der weltgrößte Zulieferer sein Vorgehen. Nucap sieht darin einen „Versuch der Rache“.

Die Kanadier fordern laut FAZ einen Schadenersatz in dreistelliger Millionenhöhe, Bosch will mindestens 30 Millionen Dollar einklagen. Falls sich beide Unternehmen nicht außergerichtlich einigen, könnte es nach Einschätzung von Nucap in rund einem Jahr zum Prozess kommen.

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