Mobilität Luca De Meo schreibt langen „Brief an Europa“

Von Claus-Peter Köth 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Renault-CEO und ACEA-Präsident Luca de Meo ruft zu einer europäischen Mobilisierung der Automobilindustrie auf. Es brauche eine echte EU-Industriepolitik – nach dem Vorbild von Airbus.

Acea-Präsident und Renault-CEO Luca de Meo  (Bild:  ACEA)
Acea-Präsident und Renault-CEO Luca de Meo
(Bild: ACEA)

Luca De Meo, CEO der Renault-Gruppe und aktuell Präsident des europäischen Herstellerverbandes ACEA, hat seinen „Brief an Europa“ veröffentlicht, den er am 19. März an die wichtigsten Entscheidungsträger und Interessenvertreter in ganz Europa geschickt hat. In diesem 20-seitigen Dokument, das in einem Dutzend europäischer Sprachen verfügbar ist, wendet er sich an alle Akteure des europäischen politischen Lebens.

Er ruft wenige Wochen vor den Europawahlen zu einer europäischen Mobilisierung auf, um die Energiewende in der Automobilindustrie gemeinsam zu meistern. Es gelte, diese Zeit des beispiellosen Wandels zum Sprungbrett für eine industrielle Erneuerung in Europa zu machen, indem man eine sektorübergreifende Zusammenarbeit entwickele und Großprojekte zwischen dem öffentlichen und dem privaten Sektor anführe.

„Mit Airbus haben wir bereits gesehen, was Europa leisten kann. Indem wir die Kooperationsinitiativen verstärken, werden wir unsere Industrie auf den Weg der Wiederbelebung bringen“, schreibt De Meo.

Gleichzeitig erinnert er an die Bedeutung des Automobilsektors nicht nur für die Wirtschaft, sondern auch für die europäische Lebensweise, die heute einem unausgewogenen Wettbewerb ausgesetzt sei: „Die Amerikaner stimulieren, die Chinesen planen, die Europäer regulieren“, kritisiert der Top-Manager.

Sieben Empfehlungen, acht Maßnahmen

De Meo formuliert sieben Empfehlungen und acht Maßnahmen zur Entwicklung einer echten europäischen – wettbewerbsfähigen und dekarbonisierten – Industriepolitik: „Europa muss ein hybrides Modell erfinden, zum Beispiel durch die Einbeziehung der 200 größten Städte Europas in die Dekarbonisierungsstrategie, durch die Einrichtung einer Industrie-Champions-League, um Akteure zu belohnen, die sich für den Übergang engagieren, und durch die Errichtung grüner Wirtschaftszonen, die Investitionen und Subventionen für den Energiewandel konzentrieren würden.“

Außerdem schlägt er zehn große europäische Projekte in strategischen Bereichen vor, die weit über den Automobilsektor hinausgehen: die Förderung europäischer Kleinwagen natürlich, aber auch die Revolutionierung der Zustellung auf der letzten Meile, die Entwicklung von Ladeinfrastrukturen und Vehicle-to-Grid (V2G)-Technologie, die Steigerung der europäischen Wettbewerbsfähigkeit bei Halbleitern etc.. Es gelte nicht mehr und nicht weniger, als ein neues Mobilitäts-Ökosystem in Europa zu schaffen. Den Brief in der deutschen Version lesen.

(ID:49971117)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung