Büchelhofer nimmt seinen Hut

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Robert Büchelhofer, Vorstandsmitglied der Volkswagen AG, verlässt das Unternehmen. Die Vertragsauflösung erfolge "in beiderseitigem Einvernehmen", heißt es knapp aus der Wolfsburger Konzernzentrale.

Dr. Robert Büchelhofer, Vorstand Marketing und Vertrieb der Volkswagen AG, verlässt den Wolfsburger Autobauer. Der 60-Jährige, seit dem 1. April 1995 Vorstandsmitglied, legt sein Amt mit sofortiger Wirkung nieder. Die Vertragsauflösung erfolge "in beiderseitigem Einvernehmen aufgrund unterschiedlicher Auffassungen über die Vertriebspolitik des Konzerns", heißt es knapp aus der Unternehmenszentrale.

Der oberste VW-Verkäufer kam in jüngster Vergangenheit immer wieder in die Schlagzeilen (siehe kfz-betrieb Online vom 28. Februar 2003). In einem Bericht des Hamburger Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" war Büchelhofer wegen seinen zu optimistischen Prognosen für die Absatzziele der Luxuslimousine Phaeton massiv kritisiert worden: Er musste im Nachgang die Planung von 14.000 Einheiten für das Jahr 2003 auf 7.800 korrigieren. Der VW-Vertriebsboss schoss daraufhin öffentlich und ungewöhnlich scharf zurück. In einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ) wies er die Schuld für den schleppenden Absatz Produktionsvorstand Volker Weißgerber und Konzern-Entwicklungschef Martin Winterkorn zu. "Wir mussten mehrere Markteinführungstermine verschieben, weil einzelne Motorenvarianten nicht rechtzeitig zur Verfügung standen. Dass wir Absatzplanungen verschieben müssen, kann immer wieder einmal vorkommen. Zielsetzungen können wir nur dann einhalten, wenn die Prämissen stimmen. Wenn die sich aber schlagartig ändern, ändern sich auch die Potentiale", so Büchelhofer gegenüber der FAZ.

Gut unterrichtete Kreise wollen zudem wissen, dass auch Mitglieder des machtvollen VW-Betriebsrates seinen Rücktritt gefordert haben sollen. Ein Nachfolger für den Österreicher, der erst Anfang des Jahres von der Wirtschaftsuniversität Wien zum "WU-Manager des Jahres 2002" ausgezeichnet wurde, ist bis dato noch nicht benannt worden.