Bugatti Type 57 SC Atlantic: Der teuerste Gebrauchtwagen der Welt

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Das wohl charakteristischste Merkmal des SC Atlantic ist jedoch sein aufgerichteter Kamm, der senkrecht vom Scharnier der teilbaren Motorhaube bis zum Heckende verläuft. Dieses Detail ist ursprünglich dem Einzelstück Aérolithe zu verdanken, bei dessen Karosserie Bugatti Bleche aus einer Magnesium-Aluminium-Legierung verwendete. Da sich das auch Elektron genannte, im Flugzeugbau verwendete Metall nicht schweißen ließ, hat man einen Kamm als Nahtstelle für eine Vernietung gewählt. Für diesen Kamm entschied man sich auch beim Serien-Atlantic, obwohl dieser aus Alublechen zusammengesetzt wurde.

Als Antrieb des Coupés diente ein laufruhiger 3,3-Liter-Reihen-Achtzylinder, der bis zu etwa 147 kW/200 PS mobilisierte. Damit erreichte der Zweisitzer über 200 km/h – zu einer Zeit, als vielerorts noch Kutschen das Straßenbild prägten.

Einer ist verschollen

Insgesamt nur vier Mal wurde der SC Atlantic gebaut, wobei drei in Kundenhand übergeben wurden. Das erste Modell bekam 1936 der britische Bankier Victor Rothschild. Das graublaue Coupé wurde ohne Kompressor ausgeliefert, der allerdings 1939 nachgerüstet wurde. Im Oktober 1936 wurde dem Franzosen Jacques Holzschuh der dritte Atlantic übergeben. Sein zweiter Besitzer, ein Sammler, verunglückte 1955 mit diesem an einem Bahnübergang tödlich. Obwohl zerfetzt, wurde das Fahrzeug viele Jahre später aufwendig restauriert, wobei der Motor nicht gerettet werden konnte. Den letzten von vier bekam der Brite R.B. Pope im Mai 1938. Er gehört aktuell dem Autosammler Ralph Lauren.

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Allein die Nummer zwei blieb im Bugatti-Besitz. Unter anderem diente sie einige Zeit als Showcar, doch seit 1938 fehlt von dem schwarz lackierten Exemplar jede Spur. Es ist nicht ganz klar, ob Jean Bugatti das Auto an einen befreundeten Rennfahrer verkaufte, oder ob es, was wahrscheinlicher ist, beim Einmarsch Deutschlands ins Elsass in eine sichere Region überführt wurde. Sicher ist: Der zweite gebaute Atlantic wurde bis heute nicht gefunden. Sein Verbleib ist eines der größten automobilen Rätsel.

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Sollte Nummer zwei wider Erwarten doch noch auftauchen, könnte das Auto seinen Besitzer reich machen. Bereits 1971 erzielte der Rothschild-Atlantic die damals unerhörte Summe von 59.000 Dollar. Fast vier Jahrzehnte später wurde er für geschätzte 30 bis 40 Millionen Dollar weiterverkauft, was ihm den Titel des teuersten Gebrauchtwagens der Welt einbrachte. Heute könnte ein Type 57 SC Atlantic durchaus über 100 Millionen Dollar erzielen.

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