Kfz-Interessenvertretung in Brüssel Cecra will sich AME anschließen

Von Doris S. Pfaff 2 min Lesedauer

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Cecra geht und AME kommt: Auf europäischer Bühne gibt es mit der Automotive Mobility Europe (AME) einen neuen Verband. Dem will sich Cecra, der europäische Verband für das Kfz-Gewerbe, anschließen.

In Budapest erklärten die Mitglieder von Cecra, dem europäischen Verband für das Kfz-Gewerbe, ihren Willen zur Fusion mit dem Verband Automotive Mobility Europe (AME). (Bild:  AME)
In Budapest erklärten die Mitglieder von Cecra, dem europäischen Verband für das Kfz-Gewerbe, ihren Willen zur Fusion mit dem Verband Automotive Mobility Europe (AME).
(Bild: AME)

Besondere Ereignisse erfordern besondere Maßnahmen. Um ihre Kräfte zu bündeln und gemeinsam die Interessen der europäischen Automobilbranche inklusive der Mobilitätsdienstleister in Brüssel zu vertreten, hat am Mittwoch (24. September) die Generalversammlung der Cecra in Budapest einstimmig beschlossen, mit dem neu gegründeten Verband Automotive Mobility Europe (AME) zu fusionieren.

Der AME wurde in diesem Sommer von acht nationalen Verbänden, die die Kfz-Dienstleistungen in Europa vertreten, gegründet. Den Vorsitz haben Xavier Horent für Mobilians (Frankreich) und Jürgen Hasler für den Zentralverband des Deutschen Kfz-Gewerbes (ZDK) (Deutschland).

Für den einst von Vertretern aus Frankreich und Deutschland gegründeten Cecra, noch unter dem Vorsitz von Peter Daeninck, endet damit seine Geschichte.

Daenick hatte erst vor einem Jahr und nach dem Rücktritt des langjährigen Generaldirektors Bernard Lycke vorübergehend auch das Amt der Geschäftsführung übernommen. Der ZDK, neben Frankreich Mitbegründer des Cecra, war bereits 2018 aus dem Verband ausgetreten. Frankreich folgte 2024.

2019 gründete der ZDK infolge seines Cecra-Austritts den AECDR (Alliance of European Car Dealers and Repairers). Dieser vertritt seitdem eigentlich die Interessen des europäischen markengebundenen Autohandels. Cecra als Dachverband die Interessen des Kfz-Handwerks.

AME versteht AECDR als Ergänzung

Wie der AME künftig seine Beziehung zum AECDR gestalten wird, ist offen. Die Gründungsmitglieder um den AME hatten im Sommer erklärt, den AECDR als Interessenvertreter des Markenhandels als wichtige Ergänzung zum AME zu verstehen.

Doch zunächst soll das Verhältnis zur Cecra geklärt werden. Die Fusion sollen die beiden Verbände nun vorbereiten. Auch für den AME beginnt damit ein neues Kapitel. Im Anschluss an die Generalversammlung wurde Automotive Mobility Europe (AME) offiziell zur Vertretung der Branche in Brüssel und als erster Ansprechpartner für politische Entscheidungsträger und Akteure der Automobilindustrie im Transparenzregister der Europäischen Kommission akkreditiert.

Reaktion auf Strukturwandel der Branche

Hintergrund der Fusion ist der tiefgreifende Umbruch der Automobilwirtschaft: Elektromobilität, Digitalisierung und neue Geschäftsmodelle stellen Werkstätten, Händler und Dienstleister vor wachsende Herausforderungen. „Gerade in Zeiten komplexer Marktveränderungen ist eine starke, geeinte Vertretung wichtiger denn je“, erklärt Jürgen Hasler, Co-Vorsitzender von AME und neugewählter ZDK-Hauptgeschäftsführer.

Die neue Organisation soll mit einer breiten Basis von nationalen und europäischen Mitgliedsverbänden den Anspruch untermauern, für rund 4,5 Millionen Beschäftigte im europäischen Kfz-Aftermarket zu sprechen. Ziel sei es, „im hochrangigen Dialog mit Brüssel“ Einfluss zu nehmen – nicht zuletzt in Fragen der Regulierung und nachhaltigen Mobilität.

Zwei Säulen der neuen Allianz

AME stützt sich künftig auf zwei tragende Strukturen: Einerseits die nationalen Verbände, andererseits europäische Organisationen aus dem Aftermarket-Sektor – von Händlern über unabhängige Werkstätten bis hin zu Recyclingbetrieben und Ladeinfrastruktur-Betreibern.

Zu den acht Gründungsmitgliedern gehören AKL (Finnland), ARAN (Portugal), AutoBranchen (Dänemark), BOVAG (Niederlande), GANVAM (Spanien), Mobilians (Frankreich), Traxio (Belgien) sowie der deutsche ZDK.

Mit dem Slogan „Keep Europe moving“ will der neue Verband dem Kfz- und Mobilitätssektor in Europa künftig eine geeinte Stimme geben. Der Zusammenschluss bedarf der Zustimmung der jeweiligen Mitgliederversammlungen von ZDK und ZVK (Zentralverband des Kraftfahrzeughandwerks).

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