Chevrolet Camaro: Rückkehr der Kraft

Seite: 2/2

Preiswert anmutende Kunststoffoberflächen, Verkleidungen und Bedienmodule wohin das Auge auch schaut, lassen einem nicht nur als Sportwagenfan erschaudern. Die zahlreichen Analoguhren im Armaturenbrett und in der Mittelkonsole sind mit dem Retrostyle der späten 60er Jahre hübsch gemeint und lausig gemacht. Dazu ist der Verstellbereich der Sitze kaum ausreichend, der Seitenhalt einem Sportcoupé unwürdig und das Sportlenkrad schlicht und einfach lieblos.

Fahrwerk bringt Karosserie ins Wanken

Nicht viel besser sieht es bei der Fahrwerksabstimmung aus. Gerade die Vorderachse poltert nicht nur durch den breiten 20-Zoll-Radsatz, der so perfekt zu den sehnigen Formen des Camaro passt. Auch von den Vorteilen der Mehrlenkerhinterachse, die den Amerikaner zum Beispiel deutlich von seinem Hauptkonkurrenten Ford Mustang unterscheidet, merkt man allenfalls im Grenzbereich etwas Positives. Hier sorgt die hintere Achskonstruktion zusammen mit dem 2,85 Meter langen Radstand für Ruhe in der Karosserie.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 24 Bildern

Jedoch fällt es angesichts der variablen Servounterstützung schwer, das rechte Maß bei der dynamischen Kurvenhatz zu finden. Die übertriebenen Wankbewegungen der Karosse sorgen dafür, dass man sich schnell wieder auf die Gleitqualitäten des Chevrolet Camaro besinnt. Gerade für die Geschwindigkeitshungrigen Europäer muss hier vor Marktstart im Jahre 2010 kräftig nachgearbeitet werden.

Preismaximum in Europa

Daran ändert auch der Kampfpreis wenig, mit dem der Chevrolet Camaro seine amerikanischen Interessenten zu begeistern scheint. Das Basismodell Camaro 3.6 LS startet bei unglaublichen 22.995 Dollar. Selbst das gut ausgestattete RS-Modell in Verbindung mit dem 304 PS starken Sechszylinder kostet mit Spoilersatz, 20-Zöllern, beheizten Ledersitzen und netten Annehmlichkeiten bei unter 29.000 Dollar.

In jedem Fall kann man sich gerade bei dem kleineren Motor die 1.200 Dollar teure Automatik sparen. In der Bestbesetzung wird der Camaro SS sowieso von dem entsprechend potenten 6,2-Liter-Triebwerk befeuert – ab 30.995 Dollar. In Deutschland wird der von den bekannten US-Importeuren für knapp unter 50.000 Euro angeboten. Bleibt abzuwarten, für wie viel Geld Chevrolet den Camaro ab 2010 frei laufen lässt.

(ID:309553)