Steigende Verkaufszahlen, aber auch anonyme Verkäufe im Internet und viele Reimporte: Die Skoda-Vertragspartner hatten Gesprächsbedarf auf ihrer Mitgliederversammlung.
Thomas Peckruhn plädierte in seiner Eröffnungsrede zur Mitgliederversammlung für mehr Augenmaß bei der Einpreisung neuer Fahrzeuge.
(Foto: Joachim von Maltzan)
Die Umstellung auf die neue CI bestimmte die Inhalte der Diskussionen auf der Mitgliederversammlung der Skoda-Vertragspartner am Wochenende in Berlin. Verbandspräsident Thomas Peckruhn erläuterte in seiner Eingangsrede vor 268 Teilnehmern, dass 97 Prozent der Skoda-Händler den sogenannten Sideletter unterschrieben hätten und 94 Prozent ihre Betriebe umstellen wollen. Rund 50 Händlerbetriebe haben inzwischen ihren Auftritt der neuen CI angepasst und konnten ihren Kollegen Ratschläge und Tipps für eine erfolgreiche Umstellung geben.
Unmut von betroffenen Händlern erntete Imelda Labbé, Geschäftsführerin von Skoda Deutschland, mit ihrer Aussage, dass auch relativ neu errichtete Standorte verpflichtet seien, sich dem jetzt gültigen Skoda-Erscheinungsbild anzupassen. Dies werde aber in Absprache mit Skoda Deutschland mit Augenmaß erfolgen. Auf Nachfrage erklärte sie zudem, dass Skoda kein Interesse daran habe, in naher Zukunft seine CI erneut zu überarbeiten, sofern die Rahmenbedingen sich nicht entscheidend änderten.
Labbé zufolge haben bereits 50 Prozent der Partner die Bauplanung abgeschlossen. Sie verwies zudem auf ein Angebot der Skoda-Bank, die für die CI-Umstellung eine gesonderte Finanzierung über 150.000 Euro ohne zusätzliche Besicherung zu einem Zinssatz von 2,9 Prozent bereitstellt. Voraussetzung sei eine Bonität der Ratingstufe 8 und besser. Labbé dankte den Händlern für ihr Engagement. Das lohne sich allerdings für beide Seiten, „denn wir haben den Wachstumskurs in einem schwierigen Markt weiter fortführen können“.
Wachsende Gefahr der Reimporte
Ein weiterer Diskussionspunkt der Händlertagung war das Problem der Reimporte. Peckruhn äußerte sein Unverständnis über den günstigen Preis des neuen Fabia in Tschechien. Das führe dazu, dass schon jetzt zur Einführung das Auto zu Dumpingpreisen im Internet angeboten werde. „Wir müssen mit dem Modell Geld verdienen können. Wenn wir das jetzt schon kaum können, was machen wir dann, wenn der Fabia fünf Jahre auf dem Markt ist?“, fragte er. Der Vorstand des Händlerverbands empfahl seinen Mitgliedern daher, die diesjährigen Zielanpassungen mit Skoda mit Augenmaß zu betreiben.
Kritisch äußerte sich Peckruhn zudem zu den VVD-Konditionen und der Ersatzteilmarge, ebenso zu den Kriterien der Kundenzufriedenheitsabfrage. Von einem zufriedenen Kunden zu verlangen, er solle sagen, er sei äußerst zufrieden, widerspreche der normalen Sprachpraxis der Kunden und verärgere sie nur.
Problematische Internetverkäufe
ZDK-Präsident Jürgen Karpinski thematisierte in seinem Grußwort ebenfalls das Problem der Internetverkäufe. „Diese anonymen Verkäufe schwächen den Handel und beschädigen die jeweilige Marke“, führte er aus. Deshalb sei es dringend notwendig, dass der Handel, der das Bindeglied zwischen Hersteller und Konsument darstelle, gestärkt werde. Kritisch stellte er allerdings auch das Rabattverhalten manches Händlers in Frage und erläuterte, dass das Kfz-Gewerbe jährlich durch die Nachlässe auf 10 Milliarden Euro verzichte. Deshalb sei es notwendig, dass der Verband weiter intensiv an den Stellschrauben für das Gewerbe arbeite. Dies gelte insbesondere, weil die Anforderungen für die Händler zukünftig weiter zunehmen werden.
Karpinskis Stellvertreter Ulrich Fromme erinnerte die Zuhörer, dass jährlich 75.000 Neuwagen über das Internet anonym verkauft werden. „Das macht uns große Sorgen“, erklärte er. Angesichts der Entwicklung stellt er infrage, ob der Volumenbonus heute noch das richtige Instrument ist, um die Verkaufsströme zu kanalisieren. Die Hersteller forderte er auf, die Margengestaltung auf den Prüfstand zu stellen. Einige Marken seien heute in engen Gesprächen mit dem ZDK und den Händlerverbänden dabei, ihr Margensystem komplett umzuarbeiten.
Stand: 08.12.2025
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Auch Antje Woltermann, Geschäftsführerin beim ZDK, plädierte angesichts dieser Entwicklung für Investitionen mit Augenmaß. Schließlich könne niemand genau vorhersagen, wie sich die Rahmenbedingungen im Automobilhandel in den nächsten Jahren entwickeln.