Citroën SM: Concorde für die Straße

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Ein automobiler Langstreckenjet

Ingenieurverliebtheit ist jedoch teuer, und so verdiente Maserati ähnlich wie Citroën nie genug Geld. Im Jahr 1968 war es wieder so weit: Citroën war einmal mehr dringend auf finanzielle Unterstützung angewiesen, diesmal sogar aus dem Ausland. Staatspräsident Charles de Gaulle musste sein Plazet geben zu einer Minderheitsbeteiligung des Fiat-Konzerns am französischen Erzrivalen. Für Citroën war es der rettende Befreiungsschlag – auch um die Mehrheit von Maserati zu übernehmen und damit den fast fertigen V6-Motor für den SM. Trotzdem endete das Maserati-Engagement für Citroën sieben Jahre später mit tief roten Zahlen – und nun unter dem rettenden Konzerndach des Rivalen Peugeot. Für Maserati wurde Konkurs angemeldet und der Citroën SM sofort eingestellt, die letzten Rohkarossen gar verschrottet.

Schneller reisen in jenen frühen Siebzigern ohne strenge Tempolimits – dafür bot der SM sechs strahlend helle Scheinwerfer inklusive Kurvenlicht. Tatsächlich benötigte das Flutlicht des Franzosen in Deutschland sogar eine Ausnahmegenehmigung des Bundesverkehrsministers, ein damals einmaliges Politikum. Hinzu kam die vollkommen neue, sehr sensible Lenkung des SM. Dank eines am Ende des Getriebes montierten hydraulischen Reglers wurde die Rückstellkraft bei zunehmender Geschwindigkeit erhöht. Diese sogenannte Diravi-Lenkung war besonders leichtgängig, bei höherem Tempo hingegen stabiler. Überaus gewöhnungsbedürftige Details, die von anderen Marken kommende Kunden zunächst irritieren konnten.

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Zum richtigen Problem wurde jedoch die exaltierte Motor- und Fahrwerkstechnik dieses Citroën-Maserati, wie das Marketing den SM anfangs nannte. Als zuverlässiger Langstreckenjet bewährte sich das Modell nur bei fachgerechter Wartung durch Spezialisten, was sich in der Pannenstatistik und einem Imageschaden niederschlug. Neben den Folgen der Ölkrise gab es also gleich mehrere Gründe, die 1975 zum vorzeitigen Aus für den SM führten. Ein Autos, dessen luxuriöser Esprit sich heute angeblich in den Spitzenmodellen von DS findet, der neuen Premiummarke des PSA-Konzerns. Immerhin fährt Frankreichs Präsident bereits einen Wagen des Herstellers. Entsprechend groß zelebrierte DS den 50. Jahrestag des Citroën SM in diesem Jahr am 10. März.

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