Wo die größten Gefahren lauern
Die subjektiven Einschätzungen der größten Risiken beim Oldtimerkauf decken sich mit den erlebten Betrugsfällen. Für 77 Prozent der Befragten stellt das Verheimlichen von Mängeln beim Oldtimerkauf das größte Risiko dar, gefolgt von verschwiegenen Unfällen (61 Prozent) und manipulierten Tachoständen (fast 40 Prozent). Risiken, die vor allem – aber nicht nur – Laien betreffen.
Knapp 18 Prozent schätzen zudem die Zahlungsabwicklung als riskant ein. Berichte über geleistete Anzahlungen auf vermeintliche Schnäppchen, spurlos verschwundene Speditionsunternehmen mit treuhänderischer Tätigkeit, gefälschte Papiere und das allgemein unwohle Gefühl, mit einer größeren Summe Bargeld an einen fremden Ort zu fahren, verstärken diese Annahme zusätzlich. Beim Verkauf von Oldtimern sehen gar 25 Prozent der Befragten die größte Gefahr bei der Zahlungsabwicklung.
Transaktionen riskant?
Kommt es zum Geschäftsabschluss, wird dieser in den meisten Fällen per Barzahlung getätigt: Über 81 Prozent der Befragten gaben an, mindestens einen ihrer Käufe in bar abgewickelt zu haben. 34 Prozent der Befragten tätigten ihre Transaktionen mit einer Überweisung. Jeweils 3 Prozent gaben an, für ihre Transaktionen einen Treuhandservice oder ein Notarunterkonto (Rechtsanwaltsanderkonto) benutzt zu haben.
Ein Blick auf die von den Befragten abgegebenen Bewertungen der Bezahlweisen gibt Aufschluss über das Warum der präferierten Transaktionsmethoden. So gaben 86 Prozent der Befragten an, dass eine Barzahlung der unkomplizierteste Weg sei, einen Oldtimerkauf abzuwickeln. Auch ist diese Methode die mit Abstand günstigste. Zudem wird sie in puncto gefühlte Sicherheit nur von einem Notartunterkonto (Rechtsanwaltsanderkonto) übertroffen: Über 65 Prozent wählten diese Bezahlweise als sicherstes Transaktionsmittel. Jedoch sollte man bei Barzahlungen nie allein mit größeren Summen zur Geldübergabe gehen.
An dritter Stelle wurde der Treuhandservice (53 Prozent) genannt. Warum dieser trotz großer Sicherheit jedoch in den seltensten Fällen gewählt werden, ist mit der Komplexität (beide Bezahlweisen wurden mit jeweils 68 Prozent als zu umständlich bewertet) und den damit verbundenen Kosten zu erklären (70 Prozent der Befragten stuften das Notarunterkonto als teuer bzw. sehr teuer ein). Beim Treuhandservice ist allerdings besonders bei Speditions- oder Verschiffungsfirmen Vorsicht geboten, die vorgeben, treuhänderisch tätig zu sein. Die beauftragten Spediteure gibt es oftmals nicht oder sie weisen eine gefälschte Internetpräsenz auf, die nach getätigter Überweisung sofort verschwindet, um an anderer Stelle wieder aufzutauchen.
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Das Fazit
Ansatzpunkte möglichen Betrugs gibt es viele. Ein manipulierter Originalzustand ist oft nur durch einen kundigen Oldtimergutachter nachzuweisen. Auch bei einigen Angeboten im Internet ist Vorsicht geboten – hier sollte niemals eine Anzahlung auf ein vermeintliches Treuhandkonto getätigt oder gar Geld per Bargeldtransfer überwiesen werden. Am sichersten ist es, das Fahrzeug vor Kaufabschluss immer von einem unabhängigen Sachverständigen inspizieren zu lassen, auf schwammige Klauseln im Kaufvertrag zu achten und sich an die Devise „Geld gegen Ware“ zu halten. Denn generell gilt: Wenn etwas zu schön ist, um wahr zu sein, ist es mit großer Sicherheit meist nicht wahr.
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