Colt, der Hoffnungsträger von Mitsubishi
Das wichtigste neue Modell von Mitsubishi, der neue Mitsubishi Colt, steht jetzt in den Showrooms. Gerade richtig, zu einem Zeitpunkt, wo Mitsubishi viele Umstrukturierungen bevorstehen.
Das wichtigste neue Modell von Mitsubishi, der neue Mitsubishi Colt, steht jetzt in den Showrooms. Gerade richtig, zu einem Zeitpunkt, wo Mitsubishi viele Umstrukturierungen bevorstehen.
Trotz negativer Prognosen ist Utz Rachner, Senior General Manager von Mitsubishi Moters optimistisch. "Im ersten Quartal 2004 hatten wir Märkte, auf denen Mitsubishi 300 Prozent zulegte." Dass es sich hierbei nur um den Markt Lettland handelt, wo 300 Prozent 350 Einheiten entsprechen, stört ihn wenig. In Deutschland hingegen hat Mitsubishi im Vergleichszeitraum einen Rückgang von 10,9 Prozent zu verbuchen gehabt.
Die zurückhaltende Investitionsbereitschaft der Mutter DaimlerChrysler würde, so Rachner weiter, überwiegend Umsatzeinbussen in den deutschsprachigen Ländern hervorrufen. Hier sei der Kunde verunsichert, ob er bei der Marke Mitsubishi auch weiterhin gut aufgehoben sei. In den anderen europäischen Ländern sei das allerdings kein allseits diskutiertes Thema.
So kann Mitsubishi Motors Europe im April auch ein Umsatzplus von 26,5 Prozent vorweisen, so Rachner weiter. Im ersten Quartal 2004 ist immerhin noch ein Umsatzplus von 3,7 Prozent aufgelaufen; ein Ergebnis, das Mitsubishi durchaus zuversichtlich stimmt. Auch grössere Märkte wie Großbritannien glänzen in der Bilanz des ersten Quartals 2004 mit einem Umsatzplus von 35,1 Prozent, was bei diesem Markt immerhin 2000 Einheiten sind.
An der Händlerstruktur in Deutschland soll sich trotz rückläufiger Marktentwicklung in diesem Markt nichts ändern. Vier DaimlerChrysler-Händler, so Rachner, würden auch Mitsubishi mit vertreiben. Aber auch Marken wie BMW oder VW könnten, so fern sie wollten, Misubishi als Zweitmarke vertreiben. Mitsubishi hat diesbezüglich keinerlei Berührungsängste.
"Aus europäischer Sicht ist Mitsubishi ein kerngesundes Unternehmen", sagt Thomas Holtgräfe, Geschäftsführer von Mitsubishi Europe. Erstmals seit 1999 kann man im ersten Quartal 2004, mit einer Absatzsteigerung von 11 Prozent sogar schwarze Zahlen schreiben. Das soll mit dem wichtigsten Neuzugang im Vertriebsprogramm so weiter gehen: Der neue Colt ist Mitsubishis Hoffnungsträger. Angesiedelt ist er im volumenstarken B-Segment, das in Deutschland 550.000 Einheiten, in Europa 4.3 Millionen Fahrzeugen ausmacht. Das Eroberungsziel von anderen Marken Holtgräfe in Europa bei 85 Prozent und in Deutschland bei immerhin noch 65 Prozent angesiedelt. Dass der Colt auf eine grosse Erfolgsgeschichte zurückblicken kann, läßt Holtgräfe hoffen, auch mit der nunmehr sechsten Generation zu reüssieren.
Mit einem Frauenanteil von 65,4 Prozent im vergangenen Jahr, soll auch beim neuen Colt überwiegend die weibliche Kundschaft angesprochen werden. Die Werbekampagne mit der stummen Lisa soll dazu beitragen, gerade diese Käuferschicht speziell anzusprechen. Technisch verfügt der neue Colt über ein ausgesprochen flexibles Sitzkonzept, was den unterschiedlichen Ansprüchen dieser Käufergruppe besonders entsprechen soll. So ist das Ladevolumen von 645 Liter ohne Kraftaufwand und Umstände leicht auf 2201 Liter zu erweitern.
Besonders stolz ist man bei Mitsubishi auf die indirekten Beleuchtungseffekte und die moderne Innenraumgestaltung, die junge Leute besonders ansprechen soll. Zum Marktstart wird zunächst ein 1,3-Liter-Vierzylinder mit 70 kW (95 PS) und ein 1,5-Liter mit 80 kW (109 PS) auf den deuschen Markt kommen. Im August folgt ein Dreizylinder Diesel mit 1,5 Liter Hubraum, Common-Rail-Technik und Direkteinspritzung, der 70 kW (95 PS) leistet. Zu Beginn 2005 folgt die Drosselversion dieser Maschine mit 50 kW (68 PS). Als Alternative zum serienmässigen Fünfgangschaltgetriebe steht das automatisierte 6-Gang-Schaltgetriebe "AllShift" als Option bereits ab Markteinführung zur Verfügung.
Da die angepeilte, junge Käuferscht sehr preissensibel ist, wird den Selbstzündern keine überragende Bedeutung beigemessen. Man rechnet mit einem Benzineranteil von 70 Prozent. Insgesamt 10.000 Einheiten sollen im laufendem Jahr noch verkauft werden. In Europa hat man eine Zielvorstellung für 2004 von 45.000 verkauften Einheiten. Für das Jahr 2005 sind für Europa 100.000 Fahrzeuge geplant, für Deutschland 20.000 Stück.
Diese hochgesteckten Ziele rechtfertigen sich nicht zuletzt über den günstigen Einstiegspreis von 11.990 Euro für den kleinsten Motor, den 1,1 Liter Benzinmotor. Das Volumenmodell soll mit 50 Prozent der 1, 3 Liter Benziner werden. Dabei kauft der Kunde 40 Prozent Gleichteile mit dem Smart four four, die 60 Prozent des Wertes des Wagens ausmachen.
ESP wird erst ab dem 1,3 Liter Motor angeboten. ABS/EBD sind bei allen Motorvarianten Standard. In den drei verschiedenen Ausstattungsvarianten sind zum Teil erhebliche Serienausstattungen erhalten, wie elektrische Servolenkung oder Klimanalage. Anfang 2005 soll der Dreitürer des neuen Mitsubishi Colt auf den Markt kommen.