Lkw-Geschäft Daimler Truck, Fuso und Hino rücken zusammen

Von dpa 2 min Lesedauer

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Noch ist es nur eine Absichtserklärung, aber die Richtung ist deutlich: Im Lkw-Geschäft steht eine Konsolidierung an. Zumindest in Asien wollen drei Hersteller näher zusammenrücken. Die Kooperation könnte Folgen für Europa haben.

Daimler, Fuso und Hino wollen näher zusammenrücken. Dabei geht es auch um Wasserstoff-Lkw wie den „Gen H2“.(Bild:  Daimler Truck)
Daimler, Fuso und Hino wollen näher zusammenrücken. Dabei geht es auch um Wasserstoff-Lkw wie den „Gen H2“.
(Bild: Daimler Truck)

Daimler Truck will große Teile des schwierigen Asiengeschäfts mit dem Konkurrenten Toyota zusammenlegen. Laut einer gemeinsamen Mitteilung der beiden Hersteller soll die Daimler-Truck-Tochter Mitsubishi Fuso Truck and Bus mit der Toyota-Tochter Hino in einer Holdinggesellschaft fusionieren. Finanzielle Details nannte Daimler Truck noch nicht, es handelt sich bisher um eine Absichtserklärung.

Das gemeinsame Vorhaben in Asien solle den Umbau der Nutzfahrzeuggeschäfte unterstützen und die gemeinsame Nutzung von Technologien forcieren, hieß es. Hino solle in diesem Zuge Zugang zur Technik für schwere Nutzfahrzeuge von Daimler Truck bekommen. Von Toyota hieß es, die Firmen würden in der Entwicklung von Wasserstoffantrieben und weiteren Zukunftstechnologien zusammenarbeiten.

Im ersten Quartal 2024 sollen die Verträge unterzeichnet werden, mit einem Abschluss rechnet Daimler Truck dann bis Ende kommenden Jahres. „Das geplante neue Unternehmen wird ein wesentlicher Akteur in Südostasien und ein wichtiger Partner in der Daimler Truck Familie sein“, sagte Daimler-Truck-Chef Martin Daum. Die Ankündigung sei ein entscheidender Schritt, die Zukunft wirtschaftlich zu gestalten.

Daimler Truck bekam in Asien zuletzt weiter große Konkurrenz zu spüren. Im vergangenen Jahr sackte der bereinigte operative Gewinn in der Sparte um 60 Prozent ab, obwohl Absatz und Umsatz zulegten. 2022 setzte Daimler Truck in der Asiensparte 156.000 Fahrzeuge ab, während es in Nordamerika 187.000 waren und bei der in Europa und Lateinamerika starken Lkw-Marke Mercedes-Benz 166.000 Fahrzeuge. Auch für dieses Jahr ist den Planungen zufolge nicht mit einer starken Verbesserung bei der Profitabilität zu rechnen. Das Lkw-Geschäft in Nordamerika und Europa ist für die Schwaben weitaus lukrativer.

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Auch Hino hat Probleme. Die Japaner mussten vergangenes Jahr die Lieferung kleiner Lastwagen aussetzen, weil Mitarbeiter die Messung von Emissionswerten manipuliert hatten. Der damalige Toyota-Chef Akio Toyoda rügte die Lkw-Tochter öffentlich scharf; der weltgrößte Automobilkonzern schmiss Hino gar aus einem Joint Venture von japanischen Konzernen zur Entwicklung von Zukunftstechnologien (CJPT) heraus.

Die geplante Fusion in Japan könnte auch Auswirkungen auf den deutschen Daimler-Truck-Rivalen Traton aus dem Volkswagen-Konzern haben. Die Münchener betreiben zusammen mit Hino seit 2020 ein Gemeinschaftsunternehmen für die Entwicklung von Elektroantrieben, außerdem arbeiten sie im Einkauf zusammen. Hino und Toyota machten keine Angaben dazu, wie es mit dieser Kooperation weitergehen soll.

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