Exporte nach Russland Das erste Opfer ist immer der seriöse Händler

Von RA Andreas Glotz, Geschäftsführer Deutsche Gesellschaft für Geldwäscheprävention (DGGWP); BA Tetiana Yurkiv, DGGWP 8 min Lesedauer

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Wer es sich in Russland leisten kann, kauft teure Premium-SUVs aus Deutschland. Dubiose Zwischenhändler sorgen dafür, dass die Autos trotz EU-Sanktionen einen Weg dorthin finden. Deutsche Händler sollten aufpassen, hier nicht in eine Falle zu tappen.

BMW-X-Modelle aus Deutschland in russischen Fahrzeuganzeigen: Die Fotos stammen aus den Showrooms deutscher Händler. Die wissen bestimmt nicht, dass ihre Fahrzeuge in einem Land mit Export-Sanktion angeboten werden.(Bild:  auto-na-zakaz.ru)
BMW-X-Modelle aus Deutschland in russischen Fahrzeuganzeigen: Die Fotos stammen aus den Showrooms deutscher Händler. Die wissen bestimmt nicht, dass ihre Fahrzeuge in einem Land mit Export-Sanktion angeboten werden.
(Bild: auto-na-zakaz.ru)

Wer es sich in Russland leisten kann, möchte nicht auf Luxusgüter verzichten. Auch nicht auf Premiumfahrzeuge deutscher Hersteller. Und so hat sich ganz offensichtlich ein Geschäftszweig entwickelt, der – trotz EU-Sanktionen gegen Russland – floriert: Auf russischen Websites werden Fahrzeuge angeboten, an denen noch die Nummernschildverstärker deutscher Händler zu sehen sind, und es gibt Anleitungen, wie man dieses (oder ein vergleichbares) Fahrzeug in Moskau in Empfang nehmen kann.

Es sind jedoch nicht die deutschen Händler, die an Exportverboten vorbeimanövrieren. Vielmehr fallen sie auf unseriöse Auf- und Wiederverkäufer oder Vermittler herein. Sie machen sich zunutze, dass die Behördenzuständigkeiten schwierig zu durchschauen sind und es teilweise unterschiedliche gesetzliche Vorschriften gibt. Der seriöse deutsche (Vertrags-)Händler ist das Opfer. Während die Kriminellen enormen Profit aus solchen Geschäften ziehen, muss der Händler mit empfindlichen Bußgeldern von bis zu 500.000 Euro rechnen.