Das Gezappel hat ein Ende
Das Unternehmen Limora bietet einen elektronischen Verteiler an, der alle Nachteile seines mechanischen Pendants beseitigt.
Der alte Benz springt von Woche zu Woche schlechter an, läuft unrund und sein Spritverbrauch lässt auch zu wünschen übrig. Sein technisch versierter Besitzer weiß, dass es mal wieder an der Zeit ist, den Unterbrecherkontakt zu erneuern und die Zündung einzustellen. Um Oldtimer-Fans diese Arbeiten zu ersparen, bietet das Unternehmen Limora den elektronischen Verteiler „123 Ignition“ zum Nachrüsten an. Er ersetzt das originale mechanische Bauteil. Den Verteiler gibt es für 4-, 6-, V8- und 12-Zylinder-Motoren.
Was aussieht wie ein gewöhnlicher Verteiler, ist eine komplette elektronische Zündanlage, unter deren weitgehend klassischer Optik sich Technik aus der Formel 1 verbirgt. Die Anlage überwacht buchstäblich jeden einzelnen Arbeitstakt jedes einzelnen Zylinders bei jeder Umdrehung. Mechanische Defizite, wie unterschiedliche Verdichtung werden durch so genanntes „Spark-balancing“ ausgeglichen.
Diese Technik wurde ursprünglich für Formel-1-Motoren entwickelt, die mit extrem hohen Drehzahlen laufen. Aus winzigen Änderungen der Drehzahl lässt sich ableiten, ob die Kraftentfaltung aller Zylinder gleichmäßig ist. Der eingebaute Prozessor erkennt, welcher Zylinder gerade zündet und kann entsprechend den Zündzeitpunkt verändern, bis alle Zylinder vollkommen einheitlich arbeiten.
Die Drehzahl wird etwa für jedes halbe Grad der Kurbelwellendrehung geprüft – und das heißt mehr als 700 Mal pro Umdrehung bei einer Motordrehzahl von 5.000 min-1. Das System misst also 3,5 Millionen Mal pro Minute, was im Motor passiert.
Verschleißfreies System
Das Gehäuse der Zündanlage besteht aus Aluminium, ist aus dem Vollen gefräst und hat nur ein einziges bewegliches Teil: die in zwei selbstschmierenden Sintermetallbuchsen gelagerte Verteilerwelle. Fliehgewichte, Unterdruckdose und eine bewegliche Grundplatte gibt es nicht mehr. Die Verteilerkappe und der Verteilerfinger sind Serienteile. Dadurch ist das ganze System quasi wartungsfrei. So alle 30.000 Kilometer sollte man die Verteilerkappe und den Verteilerfinger allerdings wechseln.
Die Drehung der Verteilerwelle übermittelt ein Hall-Geber berührungslos und somit verschleißfrei an die elektronische Steuerung. Den Unterdruck registriert die Anlage ebenfalls elektronisch.
Die 123 Ingition funktioniert bei allen Fahrzeugen, die Minus an Masse haben. Der Widerstand des Primärkreises muss mindestens ein Ohm sein; bei Fahrzeugen mit Vorwiderstand muss man den Gesamtwiderstand aus Vorwiderstand und Widerstand des Primärkreises addieren. Bei der Umrüstung kann und soll die herkömmlich verbaute Zündspule weiterverwendet werden.
Zündverhalten wählen
An der Zündanlage befindet sich ein kleiner Drehschalter, mit dem man das richtige Zündverhalten 16-fach einstellen kann – abgestimmt auf den Motor. Um die richtige Einstellung zu finden, liefert Limora eine Tabelle mit.
Übrigens, wenn der Motor abgestellt wird, trennt die Elektronik die Zündspule augenblicklich von der Stromversorgung.
Und der Einbau? Sehr einfach, sagt Limora. »kfz-betrieb« wollte es wissen und die 123-Ignition-Zündung montieren und testen. Das Einbauobjekt war ein Mercedes-Bus 208 mit einem 2,3-Liter-Vergaser-Motor. Diesen findet man auch häufig unter der Motorhaube des Mercedes /8 (W115) und des Mercedes 230 (W123).
Fazit: Der Einbau (siehe Bildreportage) ist wirklich denkbar einfach und dauert etwa eine Stunde. Nach der Montage lief der Motor merklich runder und ruckte nicht mehr. Die 123 Ignition ist eine Zünd-Alternative, wenn man es leid ist, regelmäßig den Unterbrecherkontakt zu tauschen und die Zündung zu „blitzen“. Oder auch, wenn der original Verteiler defekt bzw. verschlissen ist und ausgetauscht werden muss.
Artikelfiles und Artikellinks
Datei: Download: Der Einbau als Bildreportage
Link: Homepage Limora
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