"Das ist sehr unprofessionell von Plus gelaufen"

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Autohausgruppe Wenzel nicht als Wiederverkäufer aufgetreten, sondern nur Auslieferungsstation. Vertragspartner der Plus-Autos ist die TK Thomas Koch Leasing aus Saarbrücken. Zog der Kaufmann Jochen Graf die Strippen Juristische Schritte gegen Plus werden geprüft

Hans-Jürgen Wenzel, Geschäftsführer der Unternehmensgruppe Wenzel Holding GmbH, hat zu den aktuellen Autoangeboten des Lebensmitteldiscounters Plus (siehe "kfz-betrieb" ONLINE "Keine Plus-Punkte fürs Kfz-Gewerbe" vom 24.3).Stellung bezogen, bei denen er "fälschlicherweise" als Vertragspartner genannt wurde.

Im Gespräch mit "kfz-betrieb" ONLINE legt er Wert auf die Feststellung, dass die beiden Wenzel-Filialen in Mosbach-Neckarelz (VW) und Haldensleben (Ford), weder als Lieferant noch als Vertragspartner des Mülheimer Discounters "Plus" auf den Plan getreten sind. Die beiden Autohäuser waren lediglich als "Auslieferungsstation" für die Aktionsfahrzeuge konzipiert. "Wir sollten eine attraktive Auslieferungspauschale bekommen, die sich bei der zu erwartenden Zahl von 500 bis 1.000 Fahrzeugen für uns durchaus gelohnt hätte", so Wenzel. Jetzt will er nichts mehr mit der Aktion zu tun haben und bemüht sich um Schadensbegrenzung, auch gegenüber den Herstellern VW und Ford, die schon bei ihm interveniert hätten, weil sie den Vorgang zurecht als "unfreundlichen Akt" bewertet hätten. Heute nachmittag berät sich Wenzel mit seinen Anwälten und erwägt rechtliche Schritte gegen Plus einzuleiten.

Wenzel bestätigt, dass der Lieferant und Vertragspartner für die Kunden der Plus-Aktion die TK Thomas Koch Leasing in Saarbrücken sei, mit der er bislang schon in Geschäftskontakt stand (Leichte Nutzfahrzeuge). Es steht zu vermuten, dass der Kaufmann Jochen Graf hinter den Kulissen die Strippen gezogen hat, wie schon bei der juristisch gestoppten Punto-Aktion von Edeka im Jahr 2001. "Wir sind keine Wiederverkäufer und auch kein Lieferant für Wiederkäufer", versichert Wenzel.   Die Unternehmensgruppe Wenzel ist seit 1996 im Automobilhandel tätig und vertreibt in ihren gegenwärtig 19 Filialen insgesamt elf Marken deutscher und ausländischer Fahrzeughersteller. Die Wenzel-Gruppe will dieses Jahr einen Umsatz von über 230 Millionen Euro erwirtschaften und 12.000 Fahrzeuge vermarkten.

Neben den Autohäusern betreibt die Unternehmensgruppe, die ihren Sitz zum 1. April 2003 von Neuenstadt nach Stuhr/Bremen verlegt, einen Großhandel mit Gebrauchtwagen auch im Im- und Export sowie den Ersatzteilvertrieb für die Marke Ssang Yong.