Kfz-Gewerbe Baden-Württemberg Ziegler lobt das politische Gewicht des Kfz-Gewerbes

Von Nick Luhmann 2 min Lesedauer

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Bei der Delegiertenversammlung des Kfz-Gewerbes Baden-Württemberg zog Präsident Michael Ziegler Bilanz. Die eigene Informationsstrategie mit der Politik stärke die Branche.

Präsident Michael Ziegler (l.) vom Kfz-Gewerbe Baden-Württemberg sieht die vorgezogenen Wahlen durchaus als Chance, von der die Wirtschaft profitieren könnte.(Bild:  Kfz-Gewerbe Baden-Württemberg)
Präsident Michael Ziegler (l.) vom Kfz-Gewerbe Baden-Württemberg sieht die vorgezogenen Wahlen durchaus als Chance, von der die Wirtschaft profitieren könnte.
(Bild: Kfz-Gewerbe Baden-Württemberg)

„Die vorgezogenen Bundestagswahlen geben uns Gelegenheit, Positionen und Themen des Kfz-Gewerbes nach vorne zu bringen“, sagte Michael Ziegler, Präsident des Verbandes des Kraftfahrzeuggewerbes Baden-Württemberg. Er gewann auf der Delegiertenversammlung des Verbandes in Filderstadt der politischen Entwicklung auf der Bundesebene deshalb durchaus eine positive Seite ab.

Zum Hintergrund: Der Verband sieht seine bisher erfolgte Informationsoffensive durch Gespräche mit Entscheidungsträgern der Parteien und von Bundestagsfraktionen sowie der Landesregierung als Erfolg. „Wir merken, dass unsere Argumente verfangen und zunehmend Einfluss in der Debatte um das Auto haben.“ Beim Blick in die Zukunft sieht Ziegler „richtungsweisende Entscheidungen“ anstehen.

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Die Palette reiche dabei von der geschäftlichen bis zur politischen Ebene: Geschäftlich sieht er „einen größeren Rückzug der Hersteller aus dem Agenturmodell, als wir uns jetzt vorstellen können.“ Bei den Herstellern drohten Sparmaßnahmen. Das könnte ebenfalls ein Grund sein, die hohe Kapitalbindung durch die Agentur zu vermeiden. Hersteller hätten zudem gelernt, dass der Handel den Handel besser kann.

Kampf um die Marge

Es gelte aber auch, dass die Hersteller „weiter versuchen werden, uns die Marge abzunehmen“, so Ziegler. Politisch bekomme das Kfz-Gewerbe durch die Gespräche auf der bundes- und landespolitischen Ebene zunehmend Gewicht. Ziegler: „Wir schaffen ein Bewusstsein für die entscheidende Rolle, die das Gewerbe und seine Beschäftigten spielen. Wir sind im Land und bleiben im Land und tragen zum Wohlstand bei, während die Industrie jederzeit verlagern kann und das auch tut.“

Baden-Württemberg und das Kfz-Gewerbe in Baden-Württemberg spielen aus Zieglers Sicht inzwischen eine Vorreiterrolle. Den Strategiedialog Automobilwirtschaft, unter anderem mit Ministerpräsident Winfried Kretschmann, Kabinettsmitgliedern und den Akteuren aus der Automobilbranche und der Forschung, nennt er ein Modell des ständigen Meinungsaustausches, das er gerne „anstatt sogenannter Autogipfel“ hätte.

„Die politischen Parteien haben ihre Positionen, wir haben unsere Positionen“, beschreibt der Präsident die Wechselwirkung solcher Gespräche. Inzwischen bezögen die Grünen beispielsweise Positionen der Technologieoffenheit.

Streitpunkt Landesmobilitätsgesetz

Das Landesmobilitätsgesetz, über das die grün-schwarze Landesregierung eine Möglichkeit schaffen will, dass die Gemeinden beispielsweise von Fahrzeughaltern eine Abgabe kassieren, die dann Mittel für den ÖPNV bereitstellen soll, sei schon wesentlich entschärft und die Bürokratiebelastung abgespeckt worden. Am liebsten würde der Verband das Gesetz streichen: „Wir sind nach wie vor dagegen, Autohalter abzukassieren, und dafür, das Gesetz nicht weiter zu verfolgen.“

Eine ähnliche Position nimmt der Landesverband zum geplanten Gleichstellungsgesetz des Landes ein: „Dass alle Menschen gleich behandelt werden müssen, steht im Grundgesetz“, so Ziegler. Beim Blick auf 2025 stellte der Verbandspräsident fest, „dass unsere Position gegenüber den Herstellern verbessert ist.“

Sorge bereitet aber die gesamte wirtschaftliche Entwicklung: Die Politik sei dabei, den Industriestandort zu schwächen. Für das Kfz-Gewerbe sei ein schwächelnder Gesamtmarkt gefährlich, weil dann die Leute keine Autos kaufen. Ziegler fuhr fort: „Wir brauchen günstigere Energiepreise, höhere Produktivität, mehr Investitionen insbesondere in KI und IT.“ Die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern, sei entscheidend. Sonst werde nur noch China günstige E-Autos bauen können.

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