Kfz-Gewerbe Baden-Württemberg Den Verbrenner für den Weltmarkt optimieren

Von Nick Luhmann 2 min Lesedauer

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Politiker informieren sich direkt im Autohaus über die Probleme im Kraftfahrzeuggewerbe. So auch CDU-Bundestagsabgeordneter Thomas Bareiß, der zusammen mit Präsident Michael Ziegler vom Kfz-Gewerbe Baden-Württemberg ein Autohaus in Balingen besuchte.

Praxisnaher Dialog in der Werkstatt: MdB Thomas Bareiß (l.) und Verbandspräsident Michael Ziegler (r.) erörtern Lösungsansätze für die Herausforderungen des Kfz-Gewerbes im Spannungsfeld zwischen Klimaschutz und Wirtschaftlichkeit.(Bild:  Kfz-Gewerbe Baden-Württemberg)
Praxisnaher Dialog in der Werkstatt: MdB Thomas Bareiß (l.) und Verbandspräsident Michael Ziegler (r.) erörtern Lösungsansätze für die Herausforderungen des Kfz-Gewerbes im Spannungsfeld zwischen Klimaschutz und Wirtschaftlichkeit.
(Bild: Kfz-Gewerbe Baden-Württemberg)

Politiker ins Autohaus einladen und direkt vor Ort über die Situation im Autohandel sprechen: Dies tat nun Michael Ziegler, Präsident des Kraftfahrzeuggewerbes Baden-Württemberg, bei einem Treffen mit dem CDU-Bundestagsabgeordneten Thomas Bareiß in einem Balinger Autohaus. Dabei ging es auch um die Klimaziele der Bundesregierung und der EU: „Für den Klimaschutz müssen wir alle Technologien einsetzen, die wir haben, denn jede eingesparte Tonne CO2 zählt“, sagte Ziegler und zeigte sich in diesem Punkt mit dem Bundestagsabgeordneten einig.

Dass E-Autos zwar ein wichtiger Teil der Lösung seien, die Absatzschwäche mangels interessierter Kunden und hoher E-Auto-Preise jedoch einen Strich durch die Klimarechnung mache, erfuhr der Abgeordnete erst beim Besuch im Balinger Autohaus. Das Treffen mit dem Obmann der CDU im Verkehrsausschuss des Bundestages fand auf Einladung des Kfz-Verbandes statt und ist Teil einer Informationsoffensive des Kfz-Gewerbes für baden-württembergische Abgeordnete aus Bundestag und Landtag.

„Die Bedeutung des mittelständischen Kraftfahrzeuggewerbes mit Handel und Werkstätten vor Ort muss bei politischen Entscheiderinnen und Entscheidern noch stärker ins Bewusstsein gerückt werden“, sagt Ziegler. Denn die Politik habe oft nur die Hersteller im Fokus, „doch die produzieren die Autos nur. Unsere Betriebe begleiten die Fahrzeuge und deren Besitzerinnen und Besitzer durch das ganze Autoleben, denn es sind sehr nachhaltige Produkte“, so Ziegler weiter.

E-Auto allein reicht für den Klimaschutz nicht aus

So nachhaltig, dass allein der Wechsel aufs E-Auto nicht reiche, um die Klimaschutzziele zu erreichen, waren sich Ziegler und Bareiß ebenfalls einig. Man müsse mit Blick auf den Weltmarkt auch den Verbrenner weiter optimieren und Lösungen für den Fahrzeugbestand finden, wie beispielsweise E-Fuels oder die neuen künstlichen Diesel (HVO).

Ziegler erläuterte dem Politiker beim Rundgang durch das Autohaus auch, was die Folgen für die Werkstätten sind und was die Transformation bedeute. „Zusammen haben wir uns darüber ausgetauscht, wo der Schuh drückt und welche Weichenstellungen es jetzt braucht“, fasste Bareiß zusammen. Seine Erkenntnis: „Ohne weitere Maßnahmen wird sich das E-Auto nicht durchsetzen können, da es für viele Menschen derzeit schlicht zu teuer ist. “ Er sieht die Bundesregierung in der Pflicht, Maßnahmen zu treffen und für die Elektromobilität stabile Rahmenbedingungen zu schaffen.

„Wir sind Mobilitätsmaschine, Beschäftigungsmotor, Klimaschützer und Ausbildungsträger“, fasste Ziegler das Treffen zusammen und wies auf die Bedeutung des Kfz-Gewerbes mit seinen bundesweit fast 480.000 Beschäftigten hin. Massive Bürokratie, Überregulierung und Vorschriften machten den rund 4.000 baden-württembergischen Betrieben massiv zu schaffen, so Ziegler.

„Bei unseren kleinen und mittelständischen Betrieben ist der Kipppunkt erreicht, die Leute wollen einfach nicht mehr“, schilderte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes, Carsten Beuß, die Stimmungslage der Unternehmer und zählte die Belastungen auf: „Doppelprüfungen bei der technischen Fahrzeugüberwachung, Geldwäsche, Datenschutz, Arbeitszeiten, Lieferketten, Nachhaltigkeitsberichterstattung, die Betriebe ächzen unter immer neuen, umfangreichen und teuren Belastungen.“

Da schließt sich der Kreis zum Klimaschutz, so Ziegler: „Wirtschaftspolitik und Klimaschutzpolitik müssen mehr in Einklang kommen. Beides ist wichtig und muss von Politik besser austariert werden.“

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