China Der Automarkt schwächelt, der Handelsstreit schwelt

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Die chinesische Wirtschaft ist derzeit recht volatil. Zuletzt zeigte sich ein Absatzminus am Neuwagenmarkt. Doch die Autobranche steht von mehreren Seiten unter Feuer.

Deutschlands Industrie, auch die Autoindustrie, lebt von China. Doch die Geschäfte werden schwieriger.(Bild:  BASF)
Deutschlands Industrie, auch die Autoindustrie, lebt von China. Doch die Geschäfte werden schwieriger.
(Bild: BASF)

Der chinesische Automarkt ist im April ersten Daten zufolge etwas schwächer gelaufen. Die Auslieferungen von Pkw seien gegenüber dem Vorjahresmonat um zwei Prozent auf 1,59 Millionen Stück zurückgegangen, teilte der Branchenverband PCA (China Passenger Car Association) am Mittwoch auf Basis vorläufiger Zahlen in Peking mit. Im März hatten die Auslieferungen noch um 6 Prozent zugelegt.

Gegenüber dem Vormonat würden die Zahlen ebenfalls einen Rückgang bedeuten. China ist der größte Automarkt der Welt und als solcher auch für die deutschen Hersteller Volkswagen, Audi und Porsche, aber auch BMW und Mercedes-Benz der wichtigste Einzelmarkt. Allerdings kämpfen die deutschen Autobauer seit einiger Zeit mit Absatzschwierigkeiten. Die E-Mobilität in China wächst rasant, die deutschen Elektromodelle sind aber nicht besonders gefragt. Der Marktanteil einheimischer E-Auto-Hersteller legt daher laufend zu.

Pessimistische Markteinschätzung

Dazu kommen generelle Akzeptanzschwierigkeiten der Europäer in China. Europäische Unternehmen beurteilen über alle Branchen hinweg ihre Wachstumschancen in China derzeit so schlecht wie noch nie. Wie aus der am Freitag veröffentlichten jährlichen Geschäftsklimaumfrage der EU-Handelskammer in Peking hervorgeht, äußern sich 23 Prozent der befragten Unternehmen pessimistisch zu ihren Wachstumsaussichten in den kommenden zwei Jahren – so viele wie noch nie. In der Vorjahresumfrage hatten sich nur 9 Prozent pessimistisch geäußert. Die Zahl der Unternehmen, die ihre Wachstumsaussichten positiv einschätzten, sank dagegen von 55 Prozent im Vorjahr auf 32 Prozent und damit auf einen Tiefststand.

Ein immer größeres Problem in China sind die hohen Überkapazitäten in vielen Wirtschaftszweigen – dazu zählt auch die Automobilindustrie. Insgesamt beobachteten 36 Prozent der Befragten Überkapazitäten in ihrer jeweiligen Branche. Weitere zehn Prozent erwarteten diese in naher Zukunft. Problematisch sind insbesondere die wirtschaftliche Abschwächung in China sowie der Konflikt zwischen den USA und China und andere geopolitische Spannungen.

Streit um (Auto-)Überkapazitäten

Ein Weg, mit den Überkapazitäten fertig zu werden, ist für China der Export – auch zu Dumpingpreisen. Das wiederum ruft die EU-Kommission auf den Plan. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat China wegen Handelsverzerrungen jüngst wieder mit Abwehrmaßnahmen gedroht. „Europa kann marktverzerrende Praktiken nicht akzeptieren, die zu einer Deindustrialisierung hier zu Hause führen könnten“, sagte die EU-Kommissionschefin. Subventionierte chinesische Produkte wie E-Autos oder Stahl fluteten den europäischen Markt, während China gleichzeitig seine fertigende Industrie massiv unterstütze und die Inlandsnachfrage lahme. „Die Welt kann nicht Chinas Überproduktion absorbieren“, sagte von der Leyen.

Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) lehnt Strafzölle für chinesische Autohersteller allerdings ab. „Wir wollen den Markt nicht abschotten, sondern uns im Wettbewerb messen“, sagte der FDP-Politiker der „Stuttgarter Zeitung“ (8. Mai).

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