Aufstand der Händler Der Handel mit deutschen Autos lohnt sich in China kaum noch

Von Henrik Bork 6 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Es war immer ein großes Ding, in China Händler für eine deutsche Automarke zu sein. Doch das ist vorbei. Die Marktanteile von BMW, Porsche & Co haben sich halbiert, und die Händler geraten finanziell in Schieflage. Im Reich der Mitte geraten deutsche Fabrikate an ihre Grenzen.

Im chinesischen Werk Dadong laufen BMW i5 vom Band. Doch die Absatzprognose für deutsche Fabrikate ist eher schlecht.(Bild:  BMW)
Im chinesischen Werk Dadong laufen BMW i5 vom Band. Doch die Absatzprognose für deutsche Fabrikate ist eher schlecht.
(Bild: BMW)

Ein BMW-Händler in China zu sein, das war einmal ein fetter Job. Oder von Porsche. Oder Mercedes. Ein „Tang-zhuang“-Job hieß das auf Chinesisch – also etwas, bei dem sich „im Liegen Geld verdienen“ ließ. Ein Selbstläufer war das, ein Glücksfall. Die Verträge für die Filialen waren hart umkämpft. Doch diese Zeiten sind vorbei. Jetzt, wo die deutschen Hersteller in China Marktanteile verlieren und der Marktanteil deutscher Autos immer weiter sinkt und der Profit noch schneller, herrscht große Aufregung im Händlernetz der Deutschen in der Volksrepublik.

Am 12. September dieses Jahres hat BMW einem seiner China-Händler, der „G.A. Group“ (German Automobile Group), offiziell gekündigt. Vorher gab es alle möglichen Schwierigkeiten und Streitigkeiten. BMW wirft seinem Händler in dem Kündigungsschreiben vor, vertragsbrüchig geworden zu sein. Unter anderem soll es „ernste Kundenbeschwerden im Zusammenhang mit den QC“ (QC = Quality Certificates) und „Rückstände bei Zahlungen an BMW und dessen Tochtergesellschaften“ gegeben haben, heißt es in dem „Termination Letter of BMW Dealers /MINI Agents Agreement of G.A. Group“, der zweisprachig auf Chinesisch und Englisch verfasst ist.