Deutsche sehen Veränderungsbedarf im Mobilitätsverhalten

| Autor: Andreas Grimm

Laut einer Allensbach-Umfrage sind die Deutschen in Mobilitätsfragen veränderungsbereit. Allerdings braucht es angepasste Angebote für Stadt und Land.
Laut einer Allensbach-Umfrage sind die Deutschen in Mobilitätsfragen veränderungsbereit. Allerdings braucht es angepasste Angebote für Stadt und Land. (Bild: ACE/Tschovikov)

Das Problembewusstsein für den Klimawandel wächst in der deutschen Bevölkerung und damit die Bereitschaft für Veränderungen im Mobilitätsverhalten. Vom Verzicht aufs Auto Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage des Instituts für Demoskopie (IfD) Allensbach, die im Auftrag der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (Acatech) durchgeführt wurde.

Für die Studie hat das IfD Die Umfrage erhebt Einstellungen gegenüber künftigen Mobilitätsformen wie Elektromobilität, automatisiertes Fahren und Carsharing. Für die repräsentative Umfrage wurden 1301 Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Alter ab 16 Jahren befragt. Sie sehen mehrheitlich einen Veränderungsbedarf in den Fragen der Mobilität und des Verkehrs. Auch die Bereitschaft zur Veränderung der individuellen Mobilität wächst. Zu beachten ist dabei jedoch, dass sich die Mobilitätsgewohnheiten und -bedürfnisse in Ballungsräumen und auf dem Land deutlich unterscheiden.

„Die Ergebnisse verdeutlichen, wie wichtig es ist, die passenden Mobilitätskonzepte für die unterschiedlichen Voraussetzungen in Stadt und Land zu entwickeln und die Wünsche und Sorgen der Bürger noch stärker in die Planung der Mobilität der Zukunft einzubeziehen“, kommentierte Thomas Weber, Leiter des Themenschwerpunkts Mobilität bei Acatech, das Umfrageergebnis. Die Achatech ist eine ist die von Bund und Ländern geförderte nationale Akademie. Sie versteht sich als Stimme der Technikwissenschaften mit Beratungsfunktion für in technikwissenschaftlichen und technologiepolitischen Zukunftsfragen.

Der Erhebung zufolge äußern sich derzeit 61 Prozent der Menschen besorgt über den Klimawandel. Vor zwei Jahren waren es erst 37 Prozent der Befragten. Gleichzeitig findet jeder zweite, dass in Deutschland noch zu wenig für den Klimaschutz getan wird. Unter anderem fordern sie eine stärkere Förderung alternativer Kraftstoffe und allgemein den Einsatz schadstoffarmer Antriebssysteme in Pkw und Lkw. Und letztlich glauben 80 Prozent der Befragten, dass man mit den den richtigen Maßnahmen im Bereich Mobilität und Verkehr die Klimabelastung deutlich oder etwas reduzieren könnte.

Bei den Überlegungen zum bewussten Umsteuern der Mobilität ist den Befragten durchaus klar, dass dadurch die Kosten für jeden einzelnen steigen könnten. Gleichzeitig hält die Mehrheit ihren Spielraum für eine veränderte Mobilität angesichts fehlender Alternativen für begrenzt. Unentschieden zeigten sich die Befragten, ob die möglichen Veränderungen künftig ihre Freiheit einschränken werden über ihre Mobilität selbst zu entscheiden.

Die wichtigsten Ergebnisse der Umfrage im Überblick:

  • Die Mehrheit der Befragten sieht Emissionen aus dem Verkehrssektor als starke Belastung für das Klima. Abhilfe schaffen sollen der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs und neue Antriebstechnologien.
  • Als größte Probleme der heutigen Mobilität sehen die Befragten vor allem Staus (82 Prozent), überlastete Innenstädte (77 Prozent), Luftverschmutzung (64 Prozent) und Lärm (62 Prozent).
  • Drei Viertel der Bevölkerung streben eine Veränderung ihrer eigenen Mobilitätsmuster an – kostengünstiger, unabhängiger und flexibler ans Ziel kommen, mehr Fahrrad fahren oder zu Fuß gehen, weniger Auto fahren, umweltschonender oder generell weniger unterwegs sein. Einbußen bei der Bequemlichkeit (54 Prozent), Zeitverlust (36 Prozent), höhere Kosten (28 Prozent), große Distanzen im ländlichen Raum (28 Prozent) und fehlende Alternativen des ÖPNV (34 Prozent) hindern aber viele Befragten daran, ihre Mobilität wie gewünscht zu verändern.
  • 21 Prozent der Bevölkerung können sich vorstellen, in den nächsten Jahren ein Elektroauto zu kaufen – bei einem Bestand von knapp 47 Millionen Pkws könnten somit knapp 10 Millionen Elektroautos auf den deutschen Straßen fahren. Besonders bezüglich der Fahrzeugkaufpreise und der Ladeinfrastruktur hat die Mehrheit der Befragten die größten Vorbehalte. Um das Potenzial der Kaufbereiten zu nutzen und weitere Teile der Bevölkerung zu erreichen, muss vor allem hier angesetzt werden.

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