P3-Studie Die Angst vor dem frühen Batterietod ist unbegründet

Von sp-x 2 min Lesedauer

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Im Elektroauto ist die Batterie mit Abstand das teuerste Bauteil. Entsprechend treibt viele Kunden die Sorge um, sie könnte unbrauchbar werden. Nun zeigt eine neue Studie wieder einmal, dass die Akkus lange halten.

Die Lebenserwartung von Elektroauto-Batterien ist im Schnitt sehr hoch. Ein spürbarer Verfall der Kapazität beginnt oft erst ab 300.000 Kilometern Fahrleistung.(Bild:  Stellantis)
Die Lebenserwartung von Elektroauto-Batterien ist im Schnitt sehr hoch. Ein spürbarer Verfall der Kapazität beginnt oft erst ab 300.000 Kilometern Fahrleistung.
(Bild: Stellantis)

Auch nach vielen Fahrkilometern und Ladezyklen bleibt die Leistungsfähigkeit von Elektroauto-Batterien auf hohem Niveau. Das ist das zentrale Ergebnis einer Studie der Unternehmensberatung P3, die Daten zur realen Batteriealterung von mehr als 7.000 E-Fahrzeugen des Batteriediagnose-Experten Aviloo ausgewertet hat. Demnach ist die bei vielen Autokunden immer noch vorherrschende Angst vor einem frühzeitigen Batterieschaden und einem damit verbundenen hohen finanziellen Verlust unbegründet. Die Batterie gilt als zuverlässiges und langlebiges Bauteil.

Selbst bei E-Autos mit hohen Laufleistungen von über 200.000 Kilometern bleibt der sogenannte SoH-Wert (State of Health) im Durchschnitt auf hohem Niveau, wie die Daten von Aviloo belegen. Diese zeigen selbst bei E-Autos mit einer Laufleistung zwischen 200.000 und 300.000 Kilometern einen durchschnittlichen SoH-Wert von knapp unter 90 Prozent. Erst bei Fahrleistungen von deutlich über 300.000 Kilometern sinkt der durchschnittliche SoH-Wert allmählich deutlich unter die 90-Prozent-Marke.

Lediglich in der Anfangszeit weisen die Aviloo-Daten im Mittel eine relativ starke Degradation der Batterien aus, denn bis zu einer Fahrleistung von ca. 30.000 Kilometer sinkt der durchschnittliche SoH-Wert auf 95 Prozent. Als Grund für diese starke Anfangsdegradation nennt die Studie die Bildung einer sogenannten SEI-Schicht (Solid Electrolyte Interphase) an der Anode während der ersten Lade- und Entladezyklen. Die Bildung dieser Schicht verbraucht Lithium, das dann in geringerem Umfang für die Stromspeicherung zur Verfügung steht. Danach bleibt der SoH-Wert jedoch relativ stabil und sinkt nur noch langsam und bleibt im Schnitt auf deutlich höherem Niveau als es ein Garantiefall vorsieht.

Automobilhersteller gewähren in der Regel großzügige Garantien auf die Batterien. In den meisten Fällen würde ein Garantiefall eintreten, wenn der SoH-Wert innerhalb von 8 Jahren oder 160.000 Kilometern unterhalb von 70 bis 80 Prozent sinkt.

Frühwarnsystem für Akkubrände

Eine andere Sorge vieler Autofahrer ist ein Brand der Batterie. Kommt es dazu, brennen die Stromspeicher tatsächlich sehr heiß und schwer löschbar ab. Ein Frühwarnsystem vor Bränden von Lithium-Ionen-Akkus in E-Bikes, Smartphones und E-Autos haben nund Forscher des National Institute of Standards and Technology (NIST) in den USA nun vorgestellt. Es soll Explosionen der Energiespeicher bereits rund zwei Minuten vor dem Eintreten erkennen und Nutzern beziehungsweise Umstehenden die Flucht oder das frühe Informieren der Feuerwehr ermöglichen.

Das System macht sich dabei das charakteristische Geräusch des Überdruckventils im Batteriegehäuse zunutze. Durch dieses entweichen kurz vor der Explosion die im schadhaften Akku entstehenden Gase. Die KI-Geräuscherkennung soll nun weiterentwickelt werden, einen Zeitpunkt für einen Serieneinsatz nennen die Forscher nicht.

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