Spatenstich mit Signalwirkung – an der Westküste Schleswig-Holsteins baut Northvolt eine Batteriezellenfabrik. Sie soll die deutschen Autobauer unabhängiger machen von Zulieferern aus Asien – und generell die Energiewende wieder ankurbeln.
Bei Heide in Schleswig-Holstein entsteht eine Northvolt-Batteriefabrik
(Bild: Northvolt)
Bis zu eine Million Batteriezellen für Elektroautos will Northvolt künftig im Jahr in einer großen Fabrik bei Heide in Schleswig-Holstein bauen. 4,5 Milliarden Euro wird das schwedische Unternehmen dazu nahe der Nordseeküste investieren und 3.000 Jobs schaffen. Nachdem die staatliche Förderung genehmigt ist und beide Standortgemeinden den Plänen zugestimmt haben, ist an diesem Montag (25. März) der symbolische Spatenstich erfolgt.
Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) drückte gemeinsam mit Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) und Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) sowie dem Northvolt-Vorstandsvorsitzenden Peter Carlsson, Northvolt-Deutschlandchef Christofer Haux und der schwedischen Botschafterin Veronika Wand-Danielsson symbolisch auf den Startknopf. Anschließend starteten Gründungsarbeiten für das erste Fabrikgebäude. Der Standort in einer Region mit Windkraft im Überschuss bietet aus Sicht von Politik und Wirtschaft die richtigen Voraussetzungen für eine Produktion mit grünem Strom.
Scholz hatte zuvor die strategische Bedeutung von Investitionen wie der Northvolt-Batteriefabrik bei Heide für Deutschland und Europa betont. „Deutschland war, ist und bleibt ein starkes Industrieland“, sagte Scholz. Die Herstellung guter Autos bleibe auch über den Verbrennermotor hinaus „das Rückgrat unserer Industrie“. Dafür brauche es Batteriezellen aus deutscher Herstellung.
„Der Baustart in Heide zeigt, dass die Transformation hin zur Klimaneutralität und Wachstum Hand in Hand gehen, wenn der Wille da ist und die Rahmenbedingungen stimmen“, sagte der Bundeswirtschaftsminister. Der Bau sei ein Leuchtturm-Beispiel dafür, wie der umwelt- und klimafreundliche Umbau der Wertschöpfungsketten möglich sei. Das Unternehmen will nach eigenen Angaben nicht weniger als die „grünste Batterie der Welt in Serie“ produzieren. Das Werk soll geklärtes Abwasser aus der Region für Kühlzwecke nutzen. Wärme aus der Produktion könnte an ein mögliches Fernwärmenetz der Stadt Heide abgegeben werden. Angedacht ist auch eine Anlage zum Recycling von Altbatterien ausrangierter E-Autos.
Aufbau einer Energiewende-Kompetenzregion
„Die Fabrik wird einen Schub für das ganze Land Schleswig-Holstein und insbesondere für die Westküste bringen“, sagte Landeswirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen (CDU). Gemeinsam mit dem Bund wolle das Land die logistischen Voraussetzungen für den Betrieb schaffen. Die Region Dithmarschen könne mit der Fabrik und bereits existierender Forschungseinrichtungen sowie der reichlich vorhandenen grünen Energie zur Energiewende-Kompetenzregion werden.
Northvolt baut seine Fabrik auf einer Fläche von 110 Hektar in den Gemeinden Lohe-Rickelshof und Norderwöhrden. 2026 soll die Produktion anlaufen. Die Bedeutung des Werkes reicht weit über den Norden hinaus. Die deutsche Autoindustrie will insgesamt unabhängiger von dominanten Zulieferern aus Asien werden.
Northvolt-Chef Carlsson hatte zwischenzeitlich signalisiert, der Bau in Heide könnte sich verzögern. Als Gründe nannte er die vergleichsweise hohen Strompreise in Deutschland und höhere Subventionen in den USA. Das Unternehmen hatte stets die Standortvorteile der Westküste Schleswig-Holsteins betont. Dort wird an Land und auf dem Meer viel Windstrom erzeugt – den die Fabrik in großen Mengen benötigt.
Staat hilft kräftig mit
Seit 2021 liefen vor Ort Gespräche über die Ansiedlung. Anfang des Jahres genehmigte die EU-Kommission schließlich Fördermittel und Garantien für das Projekt von Bund und Land von 902 Millionen Euro. Sie unterstützen den Bau der Batteriefabrik mit rund 700 Millionen Euro. Hinzu kommen mögliche Garantien über weitere 202 Millionen Euro. Von den Fördermitteln entfallen etwa 564 Millionen auf den Bund und bis zu 137 Millionen Euro auf Schleswig-Holstein.
Das schwedische Unternehmen hat nach eigenen Angaben einen Auftragsbestand von mehr als 50 Milliarden Dollar. Kunden sind die Volkswagen-Gruppe, BMW, Scania und Volvo Cars. Im schwedischen Västerås befindet sich ein Forschungs- und Entwicklungscampus für Batteriezellen. Seit 2022 produziert das Unternehmen auch in einem Werk im schwedischen Skellefteå.
Stand: 08.12.2025
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