Diesel-Diagnose Die Rücklaufmenge vor Augen

Redakteur: Markus Lauer

Mit einem Prüfsystem lassen sich Common-Rail-Einspritzanlagen testen, indem man die Rücklaufmengen ermittelt.

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Common-Rail-Injektoren erreichen die optimale Zerstäubung des Kraftstoffs durch hohen Druck (bis 2 100 bar) und feinste Einspritzöffnungen. Diese Bedingungen kann nur ein einwandfrei funktionierender Injektor erfüllen. Geringste Abweichungen von den Soll-Werten, wie interne Undichtigkeiten der Injektoren, verändern das Einspritzverhalten und führen so zu Fehlfunktionen, wie Start- oder Rundlaufschwierigkeiten. Die Folgen sind eine geringere Motorleistung bei erhöhtem Kraftstoffverbrauch und Schadstoffausstoß.

Eine klare Aussage

Das Unternehmen Lehnert-Werkzeuge bietet ein Prüfsystem, das in den Kreislauf des Rücklaufsystems eingebunden ist. Das Prüfgerät ermittelt die Rücklaufmenge und ermöglicht Langzeitmessungen.

Eine mögliche Fehlerquelle beim Common-Rail-Einspritzsystem kann beispielsweise ein defekter Hochdruck-Injektor sein. Dies lässt sich einfach herausfinden, indem die Werkstatt die Rücklaufmenge der einzelnen Zylinder miteinander vergleicht. Hierzu muss sie bei jedem Injektor mittels Prüfröhrchen die Rücklaufmenge anhand einer Skala überprüfen. Dazu entfernt der Mechaniker die Anschlüsse der Rücklaufleitungen von den Injektoren und ersetzt diese durch die Plexiglas-Skalenröhrchen mit Original-Steckanschlüssen. Auf diese Weise erkennt er, wie die Rücklaufmenge in allen Skalenröhrchen ansteigt. Bei unterschiedlichen Rücklaufmengen liegt wahrscheinlich ein Defekt des Injektors vor.

Laut Friedrich Lehnert lassen sich auch undichte Kraftstoffleitungen diagnostizieren. Dies wird dann durch Luftblasen in den Röhrchen sichtbar.

Um zusätzliche Informationen über das Einspritzsystem zu erhalten, kann man ein Druckmanometer und einen Temperaturfühler dazwischenschalten. Beispielsweise kann der Mechaniker mithilfe des Druckmanometers die Bosch-Piezo-Injektoren testen. Denn sie öffnen sich nur bei einem bestimmten Rückstaudruck, den man am Manometer ablesen kann.

Universell einsetzbar

Um die Einspritzsysteme von Bosch, Siemens, Denso und Delphi prüfen zu können, bedarf es eines Universal-Diagnosekoffers für alle Common-Rail-Einspritzsysteme. Beim Bosch-System ist es möglich, die Prüfröhrchen direkt oben auf die Einspritzdüse aufzusetzen. Mittels Kraftstoffschläuchen, versehen mit originalen Bosch-, Siemens- und Denso-Steckern, können auch die Injektoren der anderen Hersteller überprüft werden. In Ausnahmefällen sind für die Delphi-Injektoren spezielle Adapter nötig, die Lehnert als Zubehör-Kit anbietet.

Die Installation des gesamten Prüfaufbaus erfolgt in wenigen Minuten – die Adapterschläuche verfügen über originalgetreue Anschlusskupplungen und werden einfach mittels Steckkupplungen an die Prüfeinheit angekoppelt. Während des Prüfvorgangs kann die Werkstatt die Durchflussmenge permanent in einem Prüfglas über Schwimmer ablesen.

Das Testgerät hat sechs Prüfröhrchen und kann bei beliebig vielen Zylindern eingesetzt werden. Bei einem Zwölfzylindermotor testet man beispielsweise einfach zweimal sechs Zylinder.

Die Prüfeinheit lässt sich laut Lehnert an alle bekannten Einspritzsysteme, sowie alle zukünftig auf den Markt kommenden Injektoren mit den Adapterschläuchen anschließen.

Der Diagnosekoffer beinhaltet zwölf Adapterschläuche, zwei Manometer und zwei Temperaturfühler und kostet in der Variante für sechs Zylinder 1 500 Euro.

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