Während herkömmliche Kennzeichen vom menschlichen Auge oder Kameras erkannt werden, benötigt der Chip passende Lesesysteme, die seine Daten von außerhalb des Fahrzeugs auslesen können. Genutzt wird so etwas in Bereichen mit Zugangskontrollen oder auch an Mautstellen.
Eine andere Ausführung des elektronischen Kennzeichens hat in Großbritannien der Hersteller Hills Numberplates entwickelt. Dort arbeitet man nicht mit einem dritten Kennzeichen, sondern kombiniert die Chips mit den herkömmlichen Schildern zu e-plates. Der Chip wird so in das Kennzeichen integriert, dass er sich nicht ohne Beschädigung entfernen lässt. Auch bei Utsch hat man mittlerweile die traditionellen Aluschilder mit einem RFID-Chip „verheiratet“ und bietet diese weltweit an.
Datenschutzbedenken
Die Elektronik im oder um das Nummernschild mag für Behörden praktisch und nützlich sein. Doch die Systeme haben nicht nur Anhänger. Vor allem in Hinblick auf den Datenschutz gelten solche Chips als fragwürdig. Sind die Straßen umfassend mit Lesegeräten ausgerüstet, lässt sich das Bewegungsmuster nahezu jedes Autofahrers verfolgen – was natürlich nicht jedem recht ist. Hinzu kommt das Problem mit weiteren Angaben, die im Chip hinterlegt sein können. Laut Helmut Jungbluth wird dort aber meist nur das eigentliche Kennzeichen sowie eine Chipkennzeichnung gespeichert, es gebe einige wenige Länder, die zusätzliche Informationen speichern.
Bei Utsch hält man es aktuell eher für unwahrscheinlich, dass solche Elektronik auch in Deutschland in absehbarer Zeit eingesetzt wird. Was sich allerdings schnell ändern kann, wenn die Maut für Pkw doch noch Realität wird.
Was sich aller Elektronik zum Trotz nicht ändern wird, ist das Vorhandensein von geprägten Schildern. Die lassen sich laut Helmuth Jungbluth nämlich nicht gänzlich durch elektronische Maßnahmen ersetzen. „Menschen müssen im Straßenverkehr das Kennzeichen auch mit den eigenen Augen immer erkennen können. Daher wird uns das Kfz-Kennzeichen an Front und Heck des Fahrzeugs wie seit Anbeginn des Autozeitalters erhalten blieben.“ Was aber zusätzliche Sicherheitsmerkmale nicht ausschließt: Bei Utsch spricht man von integrierten Hologrammen, Wasserzeichen oder Wappen oder auch in Barcodes integrierten Informationen.
Nicht ändern wird sich auch das Material der Kennzeichen. Zwar gab und gibt es Versuche mit Kunststoff – aber: „Aluminium ist weltweit fest etabliert. Es ist leicht, haltbar, kostengünstig und recyclebar, so dass hier in absehbarer Zeit kein Änderungsbedarf zu erkennen ist.“
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